Öl­preis­kor­rek­tur mög­lich

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE AG,

DNoch hält die US-Käl­te die Öl­prei­se hoch – So­ja bleibt teu­er

ie Kur­se sind an den meis­ten in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ge­stie­gen. Ei­ner­seits un­ter­stützt der schwä­cheln­de Dol­lar die Roh­stof­fe, die in der USVa­lu­ta ge­han­delt wer­den, an­de­rer­seits sind bei ein­zel­nen Wa­r­ensek­to­ren fun­da­men­ta­le Fak­to­ren für den Preis­an­stieg ver­ant­wort­lich.

Am Öl­markt et­wa sor­gen ark­ti­sche Tem­pe­ra­tu­ren in wei­ten Tei­len der USA seit Wo­chen für stei­gen­de Prei­se. Der seit sechs Mo­na­ten an­hal­ten­de Bais­se­trend hat sich ge­dreht und zieht zu­neh­mend neu­es spe­ku­la­ti­ves Geld an. Ge­mäss dem jüngs­ten Com­mit­ment of Tra­ders Re­port der USAuf­sicht­be­hör­de CFTC sind die Hedge Funds zu­letzt als gros­se Käu­fer von Roh- und Heiz­öl auf­ge­tre­ten. Bei Roh­öl der Sor­te WTI liegt die Zahl der spe­ku­la­ti­ven Long-Po­si­tio­nen nur noch un­weit dem Re­kord­hoch vom Ju­li 2013. Im Ge­gen­satz zu den USA ver­zeich­net Eu­ro­pa ei­nen aus­ge­spro­chen mil­den Win­ter. Hier be­trach­tet der Han­del wei­ter­hin mit Sor­ge die po­li­ti­sche Ent­wick­lung in Li­by­en. Die Un­ru­hen ha­ben die Öl­pro­duk­ti­on zu­letzt auf 390 000 Fass pro Tag ab­sin­ken las­sen. An­de­rer­seits be­gin­nen jetzt die Ver­hand­lun­gen der Gross­mäch­te mit Iran über ein lang­fris­ti­ges Nuk- learab­kom­men. Vie­les spricht für ei­ne Lö­sung, die zu­sätz­li­ches ira­ni­sches Öl auf den Markt brin­gen wird. Zu­sam­men mit dem na­hen­den Früh­ling in den USA steigt die Ge­fahr von grös­se­ren Preis­kor­rek­tu­ren. So dürf­te die Kurs­ent­wick­lung in den nächs­ten Wo­chen zum ei­nen von den Kon­junk­tur­da­ten wie auch von den Wet­ter­pro­gno­sen be­ein­flusst wer­den.

Der schwa­che Dol­lar be­ein­fluss­te auch die Edelmetalle. Bei Gold und Sil­ber sorg­te die un­si­che­re Konjunktur- und Zins­ent­wick­lung für spe­ku­la­ti­ve Käu­fe. An­de­rer­seits zeigt der Be­richt des World Gold Coun­cil ei­ne wei­ter schwin­den­de Gold­nach­fra­ge im vier­ten Quar­tal 2013. Ver­ant­wort­lich da­für sind nicht zu­letzt rie­si­ge Geld­ab­flüs­se aus den Gold-ETF. Trotz­dem liegt Gold zum Wo­chen­be­ginn gut 4% über dem Wert der Vor­wo­che. Bei Sil­ber be­trägt der Kurs­ge­winn gar knapp 9%.

Wie­der fällt New Yor­ker Kaf­fee auf, der dank spe­ku­la­ti­ver Käu­fe im Wo­chen­ver­gleich mehr als 4% zu­leg­te. Nach dem seit zwei­ein­halb Jah­ren an­hal­ten­den Kur­szer­fall – der Preis sank von mehr als 3 $ pro Pfund auf ge­gen 1 $ – gibt es neu­es An­le­ger­ver­trau­en in den Kaf­fee­markt.

Die Ge­trei­de­märk­te wer­den wei­ter­hin von fun­da­men­ta­len Ein­fluss­fak­to­ren ge­prägt. Bei So­ja sind es die Kon­trak­te für den rie­si­gen Ver­kauf nach Chi­na, die den Han­del ner­vös ma­chen. Vie­ler­orts war man da­von aus­ge­gan­gen, dass vie­le der chi­ne­si­schen Ver­trä­ge auf Her­kunft Süd­ame­ri­ka ab­ge­än­dert wür­den. Das ist aber vor­läu­fig nicht der Fall: Die Prei­se für So­ja­boh­nen und So­ja­mehl aus den USA hal­ten sich auf ho­hem Ni­veau. In Bra­si­li­en und Ar­gen­ti­ni­en wer­den zwar rie­si­ge Ern­ten er­war­tet, aber der Han­del sorgt sich schon heu­te, dass lo­gis­ti­sche Pro­ble­me auch die­ses Jahr zu lan­gen und teu­ren Lie­ge­zei­ten der Frach­ter füh­ren könn­ten. Dies ist wohl der Grund, wes­halb chi­ne­si­sche Ab­neh­mer vor­läu­fig an den Kauf­ver­trä­gen für US-So­ja fest­hält.

Am US-Wei­zen­markt er­hol­ten sich die Prei­se in den letz­ten Wo­chen nach ei­nem lan­gem Ab­wärts­trend. Ob die tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren der letz­ten Wo­chen dem USWin­ter­wei­zen Scha­den zu­ge­fügt ha­ben, wird man erst nach dem Wie­der­er­wa­chen aus der Win­ter­ru­he fest­stel­len kön­nen. Auch ist US-Wei­zen im Ver­gleich zu Wei­zen an­de­rer Her­kunft am Ex­port­markt kon­kur­renz­fä­hi­ger ge­wor­den, wes­halb sich der La­ger­be­stand der letz­ten Ern­te ver­klei­nert.

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