Gross­ban­ken be­ra­ten noch

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - GH, AK, RK

Wie Cre­dit Suis­se und UBS die Vor­ga­ben der Min­der-Initia­ti­ve um­set­zen wol­len, dis­ku­tie­ren ih­re Stra­te­gen und Ju­ris­ten ge­gen­wär­tig noch. Die Ge­ne­ral­ver­samm­lun­gen der bei­den Gross­ban­ken ste­hen erst im Mai an.

2014 be­reits ver­bind­lich durch die bun­des­rät­li­che Ver­ord­nung ge­gen über­mäs­si­ge Ver­gü­tun­gen bei bör­sen­ko­tier­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten ( Ve­güV) ge­re­gelt ist die Be­schrän­kung der Amts­dau­er von Ver­wal­tungs­rä­ten auf ein Jahr. Aus­ser­dem wird der Prä­si­dent erst­mals von der GV be­stimmt.

An­de­re For­de­run­gen der «Ab­zo­cker­initia­ti­ve» müs­sen erst zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt be­rück­sich­tigt wer­den. Da­zu müs­sen vor­gän­gig die Min­dest­stan­dards in die Sta­tu­ten auf­ge­nom­men wer­den. Dar­über hin­aus kön­nen zu­sätz­li­che Ab­stim­mungs­mo­da­li­tä­ten fest­ge­hal­ten wer­den – bei­spiels­wei­se zur Ver­gü­tung der Ge­schäfts­lei­tung.

Ei­ner­seits darf man ge­spannt sein, ob Cre­dit Suis­se und UBS be­reits auf die an­ste­hen­de GV sol­che Sta­tu­ten­än­de­run­gen trak­tan­die­ren wer­den – dies ist zu­min­dest bei der UBS das wahr­schein­lichs­te Sze­na­rio. An­de­rer­seits in­ter­es­siert, wie die Um­set­zung aus­fällt, denn da gibt es Spiel­raum.

Bis an­hin konn­ten die Bank­ak­tio­nä­re kon­sul­ta­tiv über den Ver­gü­tungs­be­richt als Pa­ket ab­stim­men. Ab 2015 wird ihr Vo­tum nicht nur bin­dend. Es muss auch ge­son­dert über Ver­gü­tung von VR und Ge­schäfts­lei­tung be­fun­den wer­den.

Frei wäh­len kön­nen in der Schweiz ko­tier­te Ge­sell­schaf­ten, ob sie sich für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr die vor­aus­sicht­li­che Ge­samt­ver­gü­tung – Fix­sa­lä­re plus ma­xi­ma­len Bo­nustopf – von den Ak­tio­nä­ren im Vor­aus ge­neh­mi­gen las­sen oder ob sie Ein­zel­ab­stim­mun­gen über die fes­ten und die va­ria­blen Be­stand­tei­le durch­füh­ren wol­len – bei­spiels­wei­se die Fix­sa­lä­re im Vor­aus be­an­tra­gen, den Jah­res­bo­nus je­doch erst im Nach­hin­ein ab­seg­nen las­sen.

Auf die­ses Pro­ze­de­re dürf­te die Wahl der UBS hin­aus­lau­fen. An­ders könn­te Cre­dit Suis­se ent­schei­den. Sie hat be­reits letz­tes Jahr Ziel­grös­sen und Ober­gren­zen der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten der Ge­schäfts­lei­tungs- ver­gü­tung für das Ge­schäfts­jahr 2013 im Vor­aus ver­an­schlagt. Zwar er­füllt ihr Vor­ge­hen die An­sprü­che der Initia­ti­ve noch nicht im De­tail. Im Kern ent­spricht es aber der An­for­de­rung, den Ak­tio­nä­ren die ma­xi­ma­le Ge­samt­ver­gü­tung im Vor­aus vor­zu­le­gen.

Ob die bei­den Gross­ban­ken ef­fek­tiv un­ter­schied­li­che We­ge in der Um­set­zung der Min­der-Initia­ti­ve ein­schla­gen wer­den, dar­über wer­den die Trak­tan­den­lis­ten Auf­schluss ge­ben. Die UBS plant, die Trak­tan­den am 1. April zu ver­schi­cken. Die Ein­la­dung zur GV von Cre­dit Suis­se dürf­te eben­falls um die­sen Ter­min vor­lie­gen. Der Nah­rungs­mit­tel­rie­se Nest­lé wird die Ge­ne­ral­ver­samm­lung am 10. April ab­hal­ten. Ob er be­reits an die­ser GV den Ak­tio­nä­ren ei­ne An­pas­sung der Sta­tu­ten zur Ge­neh­mi­gung vor­le­gen wird, gibt er nicht be­kannt. «Das wird erst in der Trak­tan­den­lis­te ste­hen», sagt ein Kon­zern­spre­cher. Die Trak­tan­den­lis­te wer­de Mit­te März ver­sandt. Auch die Ver­si­che­rer Swiss Re und Zu­rich wol­len vor dem Ver­sand der GV-Ein­la­dung in­halt­lich nicht Stel­lung neh­men. Wenn SGS am 13. März die GV durch­führt, wer­den die Ak­tio­nä­re auch über Än­de­rungs­vor­schlä­ge für die Sta­tu­ten ab­stim­men. Der Wa­ren­prüf­kon­zern tut in Be­zug auf die Min­der-Initia­ti­ve, was er tun muss – und ein we­nig mehr. Ei­gent­lich müss­te die elek­tro­ni­sche Er­tei­lung von Voll­mach­ten und Wei­sun­gen an den un­ab­hän­gi­gen Stimm­rechts­ver­tre­ter erst an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung 2015 zwin­gend mög­lich sein. Doch SGS will die­se Op­ti­on für ih­re Ak­tio­nä­re be­reits in die­sem Jahr um­set­zen.

Der Ver­wal­tungs­rat soll ge­währ­leis­ten und die Mo­da­li­tä­ten fest­le­gen, dass Voll­mach­ten und Wei­sun­gen an den Stimm­rechts­ver­tre­ter «über den Weg der elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on» er­teilt wer­den kön­nen. Da­ne­ben wer­den auch die für die GV 2014 zwin­gend vor­ge­schrie­be­nen Sta­tu­ten­an­pas­sun­gen vor­ge­nom­men, wie die Fest­schrei­bung der ein­jäh­ri­gen Amts­dau­er für Ver­wal­tungs­rats­mit­glie­der und die Wahl des VR-Prä­si­den­ten.

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