CS-Teil­lö­sung im Steu­er­streit

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH/RK

Die Cre­dit Suis­se zahlt in ei­nem Ver­gleich 196 Mio. $ an die US-Fi­nanz­auf­sicht SEC (U.S. Se­cu­ri­ties and Ex­ch­an­ge Com­mis­si­on). Sie ge­steht ein, im grenz­über­schrei­ten­den Ver­mö­gens­ver­wal­tungs- und Brokerage-Ge­schäft ame­ri­ka­ni­sches Recht ver­letzt zu ha­ben.

«Wir sind er­freut, dass die­se An­ge­le­gen­heit mit der SEC bei­ge­legt ist. Noch nicht ab­ge­schlos­sen ist die Un­ter­su­chung der Steu­er­an­ge­le­gen­heit durch das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um. Wir sind be­strebt, auch die­se An­ge­le­gen­heit zu re­geln, kön­nen aber Zeit­punkt und Er­geb­nis wei­ter­hin nicht ab­schät­zen», schreibt Cre­dit Suis­se in ei­ner Stel­lung­nah­me.

Die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem US-Jus­tiz­de­par­te­ment (DoJ) gilt po­ten­zi­ell als schwer­wie­gen­der.

Ge­winn­her­aus­ga­be

Die Zah­lung um­fasst 82,2 Mio. $ un­recht­mäs­sig er­wirt­schaf­te­te Ein­nah­men (Ge­winn­her­aus­ga­be), auf­ge­lau­fe­ne Zin­sen auf die­sen Be­trag in Hö­he von 64,3 Mio. $ plus 50 Mio. $ Bus­se. Der Be­trag ent­spricht un­ge­fähr den 175 Mio. Fr., die Cre­dit Suis­se im vier­ten Quar­tal 2013 für den SEC-Teil des Steu­er­falls zu­rück­stell­te.

Ge­mäss Mit­tei­lung der ame­ri­ka­ni­schen Bör­sen­auf­sichts­be­hör­de SEC ha­be Cre­dit Suis­se ein­ge­stan­den, in den USA un­zu­läs­sig Bank­be­ra­tun­gen an­ge­bo­ten zu ha­ben.

Die Schwei­zer Gross­bank ha­be Tau­sen­de von Kun­den grenz­über­schrei­tend Wert­schrift­en­trans­ak­tio­nen er­mög­licht und in un­zu­läs­si­ger Wei­se 107 Be­suchs­rei­sen durch­ge­führt und da­bei Hun­der­te von Kun­den be­sucht. Ih­re Ban­ker hät­ten nicht über die in den USA not­we­ni­gen SEC-Be­wil­li­gun­gen ver­fügt.

Als in der USA tä­ti­ge Bank sei sich Cre­dit Suis­se der Not­wen­dig­keit der Re­gis­tra­ti­on al­ler­dings be­wusst ge­we­sen. Die in­ter­nen Mass­nah­men, die Ver­feh­lun­gen der Mit­ar­bei­ter hät­ten ver­hin­dern sol­len, hät­ten je­doch ver­sagt, schreibt SEC-Di­rek­tor Scott. W. Frie­stad in der Mit­tei­lung der US-Be­hör­de.

Cre­dit Suis­se ha­be seit 2002 ins­ge­samt 8500 Kon­ten ame­ri­ka­ni­scher Kun­den er­öff­net und erst nach Ein­lei­tung der Straf­un­ter­su­chung ge­gen die UBS im Ok­to­ber 2008 Schrit­te un­ter­nom­men, um aus dem grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäft mit US-Kun­den aus­zu­stei­gen. Seit 2009 sei die An­zahl Kon­ten mit US-Be­zug rück­läu­fig und ein Gross­teil bis 2010 ge­schlos­sen oder de­ren Gel­der trans­fe­riert wor­den, heisst es in der SECMit­tei­lung. Cre­dit Suis­se ha­be al­ler­dings bis Mit­te 2013 ge­braucht, um voll­stän­dig aus dem Ge­schäft aus­zu­stei­gen.

Teu­rer als für UBS

Die Hö­he der Zins­zah­lung zeigt, wie teu­er die zeit­rau­ben­de Stra­te­gie der Schweiz, ei­ne Ge­samt­lö­sung zu ver­ein­ba­ren, die Cre­dit Suis­se nun kommt. Je­der Tag hat ge­kos­tet.

Die kon­kre­ten Ver­feh­lun­gen der Be­ra­ter von Cre­dit Suis­se rei­chen zwar wei­ter zu­rück, schei­nen ins­ge­samt aber ge­rin­ger ge­we­sen zu sein als die­je­ni­gen der UBS. Den­noch muss­te die UBS im Jahr 2008 an die Bör­sen­auf­sicht kei­ne Bus­se be­zah­len, son­dern nur an die USJus­tiz­be­hör­den. Mit Blick auf die Ein­hal­tung der SEC-Re­strik­tio­nen war die UBS ge­zwun­gen zu­zu­ge­ben, dass in den Jah­ren 2004 bis 2007 rund 30 bis 40 Kun­denbe­ra­ter aus der Schweiz re­gel­mäs­sig für bis zu zwei Wo­chen in die USA reis­ten und dort je­weils 20 bis 40 US-Kun­den be­such­ten. In den USA konn­ten die Be­ra­ter je­weils auf Kon­to­in­for­ma­tio­nen ih­rer Kun­den zu­grei­fen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu CS Group im On­line-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/CSGN

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