Son­nen­heiss

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MZ

Aus­ser­halb Eu­ro­pas ist 2013 die Fo­to­vol­ta­ik kräf­tig ge­wach­sen. So wur­den im drit­ten Quar­tal in den USA So­lar­an­la­gen mit ei­ner Leis­tung von 930 Me­ga­watt in­stal­liert – 35% mehr als im glei­chen Vor­jah­res­ab­schnitt. Gleich­zei­tig herrscht in der Bran­che star­ker Kos­ten­druck. Preis­sen­kun­gen für Fo­to­vol­ta­ik­mo­du­le er­öff­nen je­doch neue Chan­cen.

Das ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men So­larCi­ty (Nas­daq: SCTY, 75.52 $ am Don­ners­tag, 6,3 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung) er­stellt, ver­mit­telt und fi­nan­ziert So­lar­strom­an­la­gen. Da­hin­ter steht der Si­li­con-Val­ley-Mil­li­ar­där Elon Musk, der einst den On­line-Be­zahl­dienst Pay­Pal und den Elek­tro­au­to­her­stel­ler Tes­la Mo­tors ge­grün­det hat­te. So­larCi­ty bie­tet Kun­den auch die Mög­lich­keit, An­la­gen zu mie­ten. Die ho­hen Aus­ga­ben für ei­ne sol­che An­la­ge kön­nen da­mit um­gan­gen wer­den. Das 2006 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men lie­fert aus­ser­dem Strom und plant, in­stal­liert und be­treibt La­de­sta­tio­nen für Elek­tro­au­tos.

So­larCi­ty ist der gröss­te In­stal­la­teur von Fo­to­vol­ta­ik­an­la­gen in den USA mit ei­nem Markt­an­teil von 32% im drit­ten Quar­tal 2013. Seit An­fang 2013 konn­te sie den Markt­an­teil fast ver­dop­peln. Dies auch dank Part­ner­schaf­ten mit Un­ter­neh­men wie Ho­me De­pot, Hon­da und Vi­ri­di­an Ener­gy, um neue Kun­den zu ak­qui­rie­ren.

Das Un­ter­neh­men ist in­no­va­tiv. Es hat an­ge­kün­digt, Bat­te­riemo­du­le von Tes­la-Elek­tro­au­tos zur Spei­che­rung von So­lar­ener­gie zu ver­wen­den. In den USA wird die Strom­rech­nung üb­li­cher­wei­se durch den Ge­samt­ver­brauch so­wie durch die ma­xi­ma­le Strom­nach­fra­ge be­stimmt. Der Ein­satz von Bat­te­rie­mo­du­len er­mög­licht da­mit so­wohl Haus­hal­ten wie auch In­sti­tu­tio­nen Kos­ten­ein­spa­run­gen durch Glät­tung der Strom­nach­fra­ge. Der Be­zug von So­lar­ener­gie in der Nacht so­wie der Schutz ge­gen Strom­aus­fäl­le ge­hö­ren zu den wei­te­ren Vor­zü­gen von Bat­te­ri­en.

Seit dem Bör­sen­gang im De­zem­ber 2012 ha­ben die So­larCi­ty-Ak­ti­en 640% zu­ge­legt. Sie ha­ben da­mit ei­ne ge­ra­de­zu aben­teu­er­li­che Be­wer­tung er­reicht. Nur 140 Mio. $ be­trug der Um­satz 2013 bei ei­nem Ver­lust von 65 Mio. $. Das scheint der­zeit aber nie­man­den wirk­lich zu in­ter­es­sie­ren. Der Markt er­war­tet wei­ter ein enor­mes Wachs­tum in den kom­men­den Jah­ren.

Für So­larCi­ty ist die Er­fül­lung die­ser Er­war­tun­gen ei­ne gros­se Her­aus­for­de­rung. Län­ger­fris­tig stel­len Nach­ah­mer ei­ne gros­se Ge­fahr für So­larCi­ty dar. Die bis­he­ri­gen ge­schäft­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten sind kaum vor Kon­kur­ren­ten ge­schützt, und auf­grund des zu­neh­men­den Wett­be­werbs könn­ten auch die Mar­gen künf­tig sin­ken. So­larCi­ty sind heis­se Pa­pie­re – je­doch mit enor­mem Rück­schlags­po­ten­zi­al. Möch­ten An­le­ger am ra­san­ten Auf­stieg des Un­ter­neh­mens par­ti­zi­pie­ren, soll­ten sie sich un­be­dingt mit ei­nem Stop Loss ab­si­chern.

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