Lu­kra­ti­ve Kurz­nach­richt

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - TR

Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ei­ner der grund­le­gen­den Pfei­ler des In­ter­nets. Die asyn­chro­ne, al­so zeit­ver­setz­te Kom­mu­ni­ka­ti­on via EMail hat dem Netz zum Durch­bruch ver­hol­fen. Schon früh ent­stand der Wunsch nach syn­chro­nen Nach­rich­ten: Chat­ten funk­tio­niert wie Te­le­fo­nie­ren im Netz – nur über Tas­ta­tur statt über Te­le­fon­hö­rer.

Ers­te Chat­diens­te gab es in den Acht­zi­ger­jah­ren. Mit dem Sie­ges­zug des In­ter­nets ver­brei­te­ten sich sol­che Ser­vices. Als AOL 1998 das In­ter­net-Cha­tpro­gramm ICQ kauf­te, er­reich­te die Eu­pho­rie um Chat­pro­gram­me auf dem Per­so­nal Com­pu­ter (PC) ih­ren Hö­he­punkt. Da­mals zahl­te AOL 300 Mio. $ für die zwei Jah­re al­te Ge­sell­schaft – oder 26 $ pro Nut­zer. Das ist durch­aus in der Nä­he der 42 $, die Face­book jetzt pro Kun­den von WhatsApp zahlt.

AOL spielt heu­te kei­ne Rol­le mehr im Netz, ICQ hat­te laut zu­letzt ver­füg­ba­ren Zah­len 2012 ge­ra­de noch 33 Mio. Nut­zer und ge­hört in­zwi­schen ei­nem rus­si­schen In­ter­net-Un­ter­neh­men Nun hat sich die Mo­de ge­wan­delt, mo­bi­le Chat­diens­te gel­ten als en vogue. Face­book be­sitzt schon ei­nen ei­ge­nen Ser­vice na­mens Face­book Mes­sen­ger, auch Ri­va­len wie Goog­le oder Mi­cro­soft ha­ben sol­che An­ge­bo­te. Ei­nen Er­folg wie WhatsApp hat­ten sol­che Di­ens­te al­ler­dings nie – vor al­lem weil WhatsApp als un­ab­hän­gig galt. Die­sen Vor­teil büsst das US-Start-up mit der Über­nah­me durch Face­book nun ein. Ers­te Nut­zer sind schon un­ter Pro­test ge­wech­selt.

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