Wei­chen­stel­lung für EZB-Sit­zung

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - RAINER GUN­TER­MANN,

Die kom­men­de Woche wird rich­tungs­wei­send für die eu­ro­päi­schen Ren­ten­märk­te. Die an­ste­hen­den Konjunktur- und Preis­da­ten dürf­ten ent­schei­den, ob die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) ih­re Geld­po­li­tik An­fang März wei­ter lo­ckert und die Ren­di­ten wei­ter fal­len.

Der Markt geht nach wie vor da­von aus, dass die EZB ent­we­der die Zin­sen senkt oder wei­te­re Li­qui­di­tät be­reit­stellt. Die­se Er­war­tung hat da­zu bei­ge­tra­gen, dass die zehn­jäh­ri­gen deut­schen Bund-Ren­di­ten un­ter 1,64% ge­fal­len sind. Der «Fehl­schlag» bei der Bund-Auk­ti­on in die­ser Woche hat die Märk­te aber kaum ir­ri­tiert. Denn an­ders als im No­vem­ber 2012, als für das Emis­si­ons­vo­lu­men nicht aus­rei­chend Ge­bo­te ein­gin­gen, wa­ren die Auk­ti­ons­kenn­zah­len nicht schlecht. Ent­spre­chend wur­de der Preis­rück­gang nach der Auk­ti­on rasch zum Kauf ge­nutzt. Eben­falls un­ter­stüt­zend für die Ren­ten­märk­te bleibt die glo­ba­le Gross­wet­ter­la­ge, die wei­ter schwa­che Kon­junk­tur­da­ten lie­fert.

Die Ab­fol­ge der Da­ten und der Er­eig­nis­se in der kom­men­den Woche spricht für ein Auf und Ab bei Zins- er­war­tun­gen und Ren­di­ten. Denn die end­gül­ti­ge In­fla­ti­ons­ra­te für den Eu­ro­raum im Ja­nu­ar könn­te am Mon­tag nach oben re­vi­diert wer­den, be­vor am Frei­tag die vor­läu­fi­gen Preis­da­ten für Fe­bru­ar auf neue Tiefs fal­len. Letzt­lich ent­schei­dend für die EZB dürf­te sein, ob durch die nied­ri­gen Preis­da­ten auch die lang­fris­ti­gen In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen ins Rut­schen kom­men. Die in ei­ner Ex­per­ten­um­fra­ge er­mit­tel­ten Er­war­tun­gen für die In­fla­ti­on in fünf Jah­ren und die markt­ba­sier­te Mess­grös­se der fünf­jäh­ri­gen in­fla­ti­ons­ge­bun­de­nen Swap-Sät­ze sind jüngst auf mehr­jäh­ri­ge Tiefs ge­fal­len. Wie stark die­se Ent­wick­lung die EZB be­un­ru­higt, bleibt vor­erst un­klar.

Un­ge­ach­tet des­sen han­deln die Pe­ri­phe­rie­märk­te wei­ter­hin un­ter­stützt, und dar­an dürf­te sich auch in den kom­men­den Mo­na­ten nichts än­dern. Der Ge­gen­wind und da­mit auch die Schwan­kun­gen der Ren­di­ten dürf­ten wie­der zu­neh­men, so­bald sich die US-Konjunktur aus der Frost­star­re löst. Der ein­ge­lei­te­te Schwenk in der US-Geld­po­li­tik und die er­war­te­te Kon­junk­tur­er­ho­lung spre­chen mit­tel­fris­tig wei­ter für mo­de­rat stei­gen­de Bun­dRen­di­ten.

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