Ori­or ist auf Ak­qui­si­ti­ons­tour

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GH

Ori­or lei­det un­ter den ho­hen Fleisch­prei­sen. Sie kann die hö­he­ren Roh­stoff­prei­se – wenn über­haupt – nur zeit­ver­zö­gert wei­ter­ge­ben. Die Le­bens­mit­tel­grup­pe ist spe­zia­li­siert auf Fleisch­ver­ede­lung und Fri­schCon­ve­ni­ence-Food. Sie führt Mar­ken wie Ra­pel­li und Mö­fag. Als Fol­ge der Roh­stoff­prei­se sank 2013 der Ebit­da um 8,4% auf 47,7 Mio. Fr. und der Ge­winn um 5,5% auf 25,8 Mio. Fr. Die Brut­to­mar­ge ging um 1,8% auf 38,9% zu­rück. Den Um­satz da­ge­gen konn­te Ori­or um 3,7% auf 520 Mio. Fr. stei­gern.

Gar nicht gut lief es ver­gan­ge­nes Jahr im Aus­land. Dort fiel auch der Um­satz um 11% auf 22,3 Mio. Fr. Ins­be­son­de­re der Bünd­ner­fleisch­ex­port nach Frank­reich nahm stark ab. Frank­reich ist nach der Schweiz der gröss­te Ab­satz­markt. Der Um­satz­an­teil im Aus­land be­trägt der­zeit nur noch 4,3%. Da­bei möch­te Ori­or in ab­seh­ba­rer Zeit die­sen An­teil auf 15 bis 20% er­hö­hen. Doch das geht nur durch Ak­qui­si­tio­nen. Ori­or ver­folgt seit lan­gem den Plan ei­nes Zu­kau­fes. Da­mit wür­den die Ab­hän­gig­kei­ten von der Mi­grosG­rup­pe ge­min­dert und die Wachs­tums­mög­lich­kei­ten ver­grös­sert. Ge­schätz­te 44% setzt Ori­or im­mer noch im De­tail­han­dels­ka­nal der Mi­gros-Grup­pe ab.

Über ge­nü­gen­de flüs­si­ge Mit­tel (29,5 Mio. Fr.) für ei­ne Ak­qui­si­ti­on ver­fügt das Un­ter­neh­men. Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te be­trägt 51,5%. Die Net­to­ver­schul­dung zum Ebit­da ist 1,6. Auf der Kauf­lis­te von Ori­or ste­hen aber auch Schwei­zer Un­ter­neh­men. Da­bei wird ein Con­ve­ni­en­ceUn­ter­neh­men ge­sucht.

Ge­stützt auf die so­li­de Bi­lanz will der Ver­wal­tungs­rat die Di­vi­den­de von 1.95 Fr. auf 1.97 Fr. er­hö­hen. Die Di­vi­den­den­ren­di­te von 3,7% ist at­trak­tiv. An der nächs­ten Ge­ne­ral­ver­samm­lung will An­ton Scher­rer, der ehe­ma­li­ge Mi­gros-Chef und ehe­ma­li­ge Swiss­com VR-Prä­si­dent, zu­rück­tre­ten.

CEO Re­mo Han­sen er­war­tet künf­tig ein or­ga­ni­sches Wachs­tum von 1 bis 2%. Der Start ins neue Jahr sei gut ver­lau­fen, die Mar­gen wür­den sich al­ler­dings nur lang­sam ver­bes­sern. Im Mai wird Ori­or un­ter der Mar­ke Ra­pel­li neue Pro­duk­te im De­tail­han­del ein­füh­ren. Ei­ne Stei­ge­rung der Pro­duk­ti­vi­tät wer­de sich im zwei­ten Halb­jahr ma­ni­fes­tie­ren. Lang­fris­tig hält Han­sen an ei­ner Ebit­da-Mar­ge von über 10% fest.

Das KGV für 2014 von 12 und die Di­vi­den­den­ren­di­te spre­chen für die Ti­tel. An­ge­sichts des Mar­gen­rück­gangs, dem en­gen Schwei­zer Markt und der feh­len­den Al­ter­na­ti­ven im Aus­land ist vor ei­nem En­ga­ge­ment aber ab­zu­ra­ten.

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