Thur­gau­er KB kurz vor IPO

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Die Thur­gau­er Kan­to­nal­bank ( TKB) ist auf der Ziel­ge­ra­den in Rich­tung Bör­sen­gang. Mit der of­fi­zi­el­len Ab­sichts­er­klä­rung («In­ten­ti­on to float»), ih­re Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne (PS) an der Schwei­zer Bör­se SIX zu ko­tie­ren, lei­tet sie das Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring (IPO) ein. Die Plat­zie­rung un­ter dem Le­ad der ZKB soll «in den nächs­ten Wo­chen» über die Büh­ne ge­hen, er­klär­te Bank­rats­prä­si­dent Re­né Bock in Wein­fel­den vor den Me­di­en.

Die De­tails zum IPO wie der Nenn­wert des PS, die Preis­span­ne oder das Vo­lu­men der Plat­zie­rung wer­den wie üb­lich erst zu Be­ginn der Zeich­nungs­frist be­kannt­ge­ge­ben. Zum Ziel des Bör­sen­gangs er­klär­te Bock, die Ka­pi­tal­be­schaf­fung ste­he nicht im Zen­trum der Trans­ak­ti­on. Mit ei­ner Tier-1-Quo­te von 17,8% ist die Bank so­lid ka­pi­ta­li­siert. Der Er­lös der Trans­ak­ti­on fliesst des­halb an den Kan­ton. Für die TKB bie­tet der Bör­sen­gang die Mög­lich­keit, sich an der Par­ti­zi­pan­ten­ver­samm­lung di­rekt an ih­re Kun­den und die Be­völ­ke­rung zu wen­den und am Fi­nanz­markt bes­ser wahr­ge­nom­men zu wer­den.

Brei­te Streu­ung als Ziel

Die gro­ben Eck­wer­te des IPO sind in­des seit län­ge­rem be­kannt: Vor­erst wer­den rund 10% des Grund­ka­pi­tals von 400 Mio. Fr. plat­ziert, in­ner­halb von zehn Jah­ren soll der Streu­be­sitz auf ma­xi­mal 20% stei­gen (vgl. www.fuw.ch/2602144). Die Ab­sicht ei­ner mög­lichst brei­ten Streu­ung lässt ei­ne ho­he Stü­cke­lung und ei­ne at­trak­ti­ve Di­vi­den­den­po­li­tik er­war­ten. Bock führ­te aus, die PS sol­len nicht nur in der Thur­gau­er Be­völ­ke­rung, son­dern auch bei in­sti­tu­tio­nel­len An­le­gern plat­ziert wer­den, wo­bei der Fo­kus auf Schwei­zer In­ves­to­ren ge­legt wird.

Das letz­te Jah­res­er­geb­nis der TKB vor dem IPO zeugt von Sta­bi­li­tät: Der um die Zu­wei­sung an die Re­ser­ven für all­ge­mei­ne Ban­k­ri­si­ken be­rei­nig­te Ge­winn liegt 1,4% über dem Ver­gleichs­wert aus dem Vor­jahr, der Brut­to­ge­winn 1,8% (vgl. Ta­bel­le). Auf­fäl­lig ist vor al­lem der Zins­er­folg, der sich mit ei­nem Plus von 5,4% bes­ser als der an­de­rer Kan­to­nal­ban­ken ent­wi­ckel­te. Die Grün­de da­für sind ge­mäss der Bank das mar­kan­te Wachs­tum der Hy­po­the­kar­aus­lei­hun­gen (+5,4%) und er­folg­rei­ches Bi­lanz­ma­nage­ment.

Ge­las­sen im US-Kon­flikt

Im Ge­gen­satz zur Mehr­zahl der Kan­to­nal­ban­ken hat sich die TKB ent­schie­den, in ei­ner bus­sen­frei­en Ka­te­go­rie (3 oder 4) am Pro­gramm zur Bei­le­gung des US-Steu­er­streits teil­zu­neh­men. TKBCEO Pe­ter Hin­der er­klärt dies da­mit, dass die Bank schon sehr früh ei­ne Due Di­li­gence des Kun­den­stamms ein­ge­lei­tet hat­te. Die­se Ana­ly­se las­se «nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen» den Schluss zu, dass die TKB kei­ne un­ver­steu­er­ten US-Gel­der ver­wal­te. Nun ar­bei­tet sie die Er­geb­nis­se für die Be­hör­den auf. Die Rück­stel­lung für die noch an­fal­len­den Kos­ten be­tra­gen 3 Mio. Fr. und sind ge­mäss Hin­der «gross­zü­gig be­mes­sen».

Für 2014 er­war­tet die TKB wei­ter­hin nied­ri­ge Zin­sen, vo­la­ti­le Fi­nanz­märk­te, ein zu­neh­mend kom­ple­xes re­gu­la­to­ri­sches Um­feld und ein leicht schwä­che­res Wachs­tum des Hy­po­the­ken­markts. Den­noch stellt sie ei­nen «so­li­den Ge­schäfts­gang» in Aus­sicht.

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