Im Aus­land auf der Über­hol­spur

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - EH,

Als die bri­ti­sche Gross­bank Stan­dard Char­te­red mit­teil­te, sie su­che für den Gen­fer Ab­le­ger ih­rer Pri­vat­bank ei­nen Käu­fer und ha­be mit Micha­el Benz ei­nen neu­en glo­ba­len Chef für ihr We­alth Ma­nage­ment an Bord ge­holt, hiess es, der Fi­nanz­platz Schweiz mö­ge vom Er­folgs­kurs ab­ge­kom­men sein, doch stün­den Schwei­zer Ban­ker wei­ter hoch im Kurs. Tat­säch­lich ge­hört der 46-jäh­ri­ge St. Gal­ler zu ei­ner klei­nen Grup­pe von Schwei­zern, die in­ter­na­tio­nal Kar­rie­re ma­chen. Benz war vor dem Wech­sel zu Stan­dard Char­te­red Mit­te Fe­bru­ar zwölf Jah­re für UBS in Zü­rich, Sin­ga­pur und zu­letzt Hong­kong in In­vest­ment Ban­king, As­set Ma­nage­ment und Pri­va­te Ban­king tä­tig. Ab 2010 lei­te­te er für Bank of Ame­ri­ca Me­rill Lynch in der Re­gi­on Asi­en-Pa­zi­fik das We­alth Ma­nage­ment, das spä­ter teil­wei­se von der Bank Bär ak­qui­riert wur­de.

Bei sei­nem neu­en Ar­beit­ge­ber, der be­reits 1858 ers­te Nie­der­las­sun­gen in Mum­bai und Schang­hai er­öff­net hat­te, ist Benz seit Mit­te Fe­bru­ar als Chef des We­alth Ma­nage­ment für ei­ne der zwei stra­te­gi­schen Wachs­tums­spar­ten ver­ant­wort­lich. Die Bank, die mit ei­ner Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von 53 Mrd. $ zu den zwan­zig ge­wich­tigs­ten Ti­tel im Haupt­in­dex FTSE100 der bri­ti­schen Bör­se ge­hört, hat im Wett­be­werb um neue Kun­den­gel­der er­heb­li­che Vor­tei­le. Denn in Asi­en, Nah­ost und Afri­ka ist sie tief ver­wur­zelt. Aus die­sen Märk­ten dürf­ten in den kom­men­den Jah­ren 60% des welt­wei­ten Zu­wach­ses der Ver­mö­gen be­son­ders rei­cher In­di­vi­du­en stam­men. Die Bank hat hier Hun­dert­tau­sen­de Kun­den, de­ren Nach­fra­ge nach an­spruchs­vol­le­ren Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen mit dem stei­gen­den Wohl­stand zu­nimmt. «Dem ver­dankt das We­alth Ma­nage­ment von Stan­dard Char­te­red ein an­hal­tend star­kes or­ga­ni­sches Wachs­tum», sagt Benz. Zur Fra­ge der FuW, ob die Bank die Dy­na­mik durch Über­nah­men for­cie­ren wird, will er sich nicht äus­sern. Doch das äus­serst üp­pi­ge Ka­pi­tal hat dem In­sti­tut im­mer wie­der grös­se­re Ak­qui­si­tio­nen er­laubt, wo­mit künf­ti­ge Zu­käu­fe nie­man­den über­ra­schen wür­den.

Benz hat in St. Gal­len stu­diert und dort in Ri­si­ko­ma­nage­ment pro­mo­viert. Dem hie­si­gen Fi­nanz­platz gibt er durch­zo­ge­ne No­ten. «Die Er­neue­rung ist erst ab­ge­schlos­sen, wenn in den obers­ten Ma­nage­ment­stu­fen, wo die Ver­ant­wor­tung für die Feh­ler liegt, ei­ne völ­li­ge per­so­nel­le Er­neue­rung statt­fin­det.» Der Ma­ra­thon­läu­fer ist mit der al­ba­ni­schen Ökonomin En­te­la Ben­zSa­lia­si ver­hei­ra­tet, die an der Hong Uni­ver­si­ty of Sci­ence and Tech­no­lo­gy Fi­nanz­wis­sen­schaf­ten un­ter­rich­tet. Das Paar hat drei Kin­der.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.