Kaf­fee ist 60% teu­rer

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEY­ER

DSpe­ku­lan­ten im Öl­markt – So­ja teu­er wie seit Sep­tem­ber nicht mehr

ie meis­ten Roh­stof­fe zeig­ten sich in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che wei­ter­hin stark. Die Roh­stoff­märk­te schei­nen wie­der von Fi­nanz­in­ves­to­ren be­gehrt zu sein. Der Re­fe­ren­z­in­dex Con­ti­nous Com­mo­di­ty In­dex, der sieb­zehn Roh­stof­fe ab­bil­det, hat seit Jah­res­be­ginn 8% an Wert zu­le­gen kön­nen. Ge­mäss der Ter­min­bör­sen­auf­sicht CFTC ha­ben spe­ku­la­ti­ve Käu­fe in vie­len Sek­to­ren deut­lich zu­ge­nom­men.

Bei Roh­öl der Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te ( WTI) ak­ku­mu­lier­ten Hedge Funds in der Woche bis zum 18. Fe­bru­ar 29 113 Kauf­kon­trak­te von Fu­tures und Op­tio­nen und hiel­ten da­mit 393 248 Kauf­kon­trak­te. Das stellt ei­nen neu­en Re­kord dar. WTI ver­zeich­ne­te ver­gan­ge­nen Don­ners­tag mit 103.37 $ je Fass ein neu­es Vier­ein­halb­mo­nats­hoch. Preis­stüt­zend wirkt, dass in den USA die nächs­te Käl­te­wel­le an­rollt. Da­zu kom­men tie­fe La­ger­be­stän­de, der schwa­che Dol­lar und die be­kann­ten Kri­sen­her­de Li­by­en, Süd­su­dan und Ve­ne­zue­la.

Auch eu­ro­päi­sches Brent-Öl ten­dier­te hö­her und no­tier­te bei um 110 $ je Fass et­wa gleich viel wie zum Jah­res­en­de. Ab Jah­res­be­ginn bis En­de Ja­nu­ar hat­te der Kon­trakt­wert über 5% ver­lo­ren, konn­te aber ab Fe­bru­ar die Ver­lus­te wett­ma­chen. Auch die spe- ku­la­ti­ven Po­si­tio­nen auf Brent stei­gen: Ver­gan­ge­ne Woche ha­ben sie um 18,4% zu­ge­nom­men.

Ein­drück­lich ist auch die Be­we­gung des eu­ro­päi­schem Heiz­öl­prei­ses (Ga­soil, ICE). Trotz des mil­den Win­ters in Eu­ro­pa und ei­ner schlep­pen­den Kon­sum­nach­fra­ge konn­ten die Prei­se seit An­fang Fe­bru­ar deut­lich zu­le­gen. Die phy­si­sche Wa­re wird von den Händ­lern mit ei­nem Ab­schlag zum Bör­sen­kurs in den See­hä­fen über­nom­men. Von ei­ner phy­si­schen Ver­knap­pung kann al­so kei­ne Re­de sein. Chart­tech­nisch hat sich der Preis seit dem Hal­ten der Un­ter­stüt­zun­gen um 994.50 $ je Ton­ne ste­tig hoch­ge­schraubt. Ver­gan­ge­nen Mitt­woch no­tier­te der März-Kon­trakt zeit­wei­se zu 942.50 $, so hoch wie zu Jah­res­be­ginn. Zum Wo­chen­auf­takt führ­ten Pro­fit­mit­nah­men zu ei­nem Preis­rück­gang. Am Di­ens­tag­mit­tag kos­te­te Ga­soil 928.75 $ je Ton­ne.

Un­an­ge­foch­ten führt die Kaf­fee­sor­te Ara­bi­ca (ICE) die Roh­stoff-Ge­win­ner­lis­te seit Jah­res­be­ginn mit ei­nem Plus von 60% an. Die an­hal­ten­de Tro­cken­heit in An­bau­ge­bie­ten Bra­si­li­ens und wie­der­hol­te Ent­täu­schun­gen beim Re­gen stüt­zen seit En­de Ja­nu­ar die Kur­se von neu­em. Zum Wo­chen­auf­takt tes­te­te Ara­bi­ca erst­mals seit Ok­to­ber 2012 die Mar­ke von 180 Cent/lb. Am Mon­tag­abend no­tier­te der Kon­trakt zu 176,35 Cent. In der letz­ten Be­richts­wo­che hat­ten Spe­ku­lan­ten ih­re Kauf­po­si­tio­nen mehr als ver­dop­pelt, und hiel­ten zu­letzt 16 377 Long-Kon­trak­te. Im Wind­schat­ten von Kaf­fee, und eben­falls aus Angst vor Tro­cken­heit in Bra­si­li­en, stie­gen zu­letzt auch die Fu­tures-No­tie­run­gen von Zu­cker. Zu­cker (Ny­bot) no­tier­te zum Wo­chen­auf­takt auf ei­nem Zwei­mo­nats­hoch zu 17,68 Cent/Pfund. Ein für die Ern­te 2014/2015 er­war­te­tes An­ge­bots­de­fi­zit stützt die Kur­se.

Die So­ja­märk­te (CBOT) spie­len auch ver­rückt. Die enor­me Nach­fra­ge nach US-So­ja der letz­ten Wo­chen – bis die süd­ame­ri­ka­ni­sche Ern­te ver­füg­bar ist – klingt nur sehr lang­sam ab. Star­ker Re­gen in Nord­bra­si­li­en ver­zö­gert die Ern­te. In Ar­gen­ti­ni­en hal­ten sich die Bau­ern mit So­ja­ver­käu­fen we­gen der Wäh­rungs­kri­se zu­rück. Als De­vi­sen­ab­si­che­rung wird die Wa­re zu­rück­ge­hal­ten. So­ja ver­zeich­ne­te den höchs­ten Preis seit Sep­tem­ber und no­tier­te zu 13.865 $ je Bus­hel (Bus­hel=27,215 kg). Nach vier po­si­ti­ven Han­dels­ta­gen gab es am Di­ens­tag­mit­tag leich­te Pro­fit­mit­nah­men.

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