Ak­ti­en sind viel sta­bi­ler als Fracht­ra­ten

Finanz und Wirtschaft - - KÜHNE + NAGEL-PRÄSIDE - AS

Küh­ne + Na­gel ist in der See­fracht mit ei­nem Markt­an­teil von 12% vor DHL Deut­sche Post welt­weit markt­füh­rend. Auch in der Luft­fracht zählt das Un­ter­neh­men zu den Gros­sen. Zu­dem ist K+N in der Kon­trakt­lo­gis­tik (La­ger- und Dis­tri­bu­ti­ons­diens­te für Gross­kun­den) und im Land­ver­kehr (Strasse, Schie­ne) po­si­tio­niert. Kö­nigs­dis­zi­plin ist die See­fracht; sie er­wirt­schaf­tet ein Fünf­tel des Roh­er­trags und die Hälf­te des Be­triebs­ge­winns. We­gen der hef­tig schwan­ken­den Fracht­ra­ten war die See­fracht im ers­ten Quar­tal al­ler­dings die ein­zi­ge Spar­te mit ei­nem rück­läu­fi­gen Be­triebs­er­geb­nis.

Der auf al­len Kon­ti­nen­ten prä­sen­te Kon­zern pro­fi­tier­te bis zum Aus­bruch der Fi­nanz­kri­se 2008 von der Glo­ba­li­sie­rung und ei­nem re­gen Welt­han­del. Von 2002 bis 2008 wur­de der Um­satz – auch dank der letz­ten Gross­ak­qui­si­ti­on ACR in der Kon­trakt­lo­gis­tik – von 8,8 auf 21,6 Mrd. Fr. ge­stei­gert, das Be­triebs­er­geb­nis Ebit­da von 375 Mio. auf 1 Mrd. Fr.

Seit­her ver­har­ren die Ein­nah­men auf 20 bis 21 Mrd. Fr. Das Be­triebs­er­geb­nis vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen schwankt zwi­schen 850 und 980 Mio. Fr. Ent­täu­schend fiel na­ment­lich das Re­sul­tat 2012 aus. In der Fol­ge lan­cier­te der Kon­zern Mass­nah­men zur Stei­ge­rung der Ef­fi­zi­enz. Be­reits 2013 ver­bes­ser­te sich die Er­trags­la­ge, und im Start­quar­tal des lau­fen­den Jah­res wur­den Be­triebs­er­geb­nis und Ge­winn trotz sta­gnie­ren­dem Roh­er­trag rund 12% ge­stei­gert.

Die Sta­gna­ti­on – in Fran­ken und auf ho­hem Ni­veau – spie­gelt sich im Ak­ti­en­kurs. Seit bald vier Jah­ren schwankt er um den Wert von 120 Fr. Küh­ne + Na­gel sind Bu­yand-Hold-Ak­ti­en. Sie sind viel sta­bi­ler als das Ge­schäft des Kon­zerns selbst – weil es dem Un­ter­neh­men ge­lingt, sich ver­hält­nis­mäs­sig rasch an sich ver­än­dern­de Ge­ge­ben­hei­ten an­zu­pas­sen. An­de­rer­seits man­gelt es den Ak­ti­en, an­ders als den Pa­nal­pi­na-Ti­teln, an Über­nah­me- und an Re­struk­tu­rie­rungs­fan­ta­sie.

Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 22 ist im Ver­gleich zur ver­hal­te­nen Ge­winn­dy­na­mik seit 2008 hoch. Die Be­wer­tung ist aber auch Aus­druck ei­nes si­che­ren und we­nig ka­pi­tal­in­ten­si­ven Ge­schäfts­mo­dells. Küh­ne + Na­gel er­wirt­schaf­tet re­gel­mäs­sig ei­ne Pro­fi­ta­bi­li­tät auf dem ein­ge­setz­ten Ka­pi­tal (Roic) in der Grös­sen­ord­nung von 50% und ei­ne Ei­gen­mit­tel­ren­di­te von mehr als 20%.

Aus­ser­dem weckt das von VR-Prä­si­dent Karl Ger­nandt im In­ter­view auf 600 Mio. Fr. be­zif­fer­te Über­schuss­ka­pi­tal in der Bi­lanz in­ter­es­san­te Ge­dan­ken­spie­le. Küh­ne + Na­gel dürf­te ak­qui­si­to­risch wie­der dy­na­mi­scher wer­den – oder aber wei­ter­hin ei­ne Son­der­di­vi­den­de aus­schüt­ten.

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