Null Un­fäl­le

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - AK

Das Renn-Wo­che­n­en­de des 1. Mai 1994 in Imo­la war für die For­mel 1 das wohl schwär­zes­te in ih­rer Ge­schich­te. Nach­dem im Ab­schluss­trai­ning am Sams­tag der Ös­ter­rei­cher Ro­land Rat­zen­ber­ger ge­stor­ben war und am Sonn­tag bei ei­ner Start­kol­li­si­on neun Zu­schau­er durch her­um­flie­gen­de Tei­le ver­letzt wor­den wa­ren, prall­te Ayr­ton Sen­na in der sieb­ten Run­de in die Mau­er der Tam­bu­rel­lo-Kur­ve: Die Un­fall­ur­sa­che ist bis heu­te nicht rest­los ge­klärt – doch der Tod des drei­fa­chen Welt­meis­ters be­wirk­te, dass die Si­cher­heits­mass­nah­men mas­siv ver­schärft wur­den. Seit Sen­na hat kein Fah­rer mehr bei ei­nem For­mel-1-Ren­nen oder -Trai­ning sein Le­ben ver­lo­ren.

All­ge­mein wird im Au­to­mo­bil­bau Si­cher­heit heu­te gross ge­schrie­ben. Wie die Neue Helvetische Bank schreibt, ist bei den meis­ten der Si­cher­heits­sys­te­me im­mer auch Con­ti­nen­tal (Xe­tra: CON; Kurs: 168 €; Bör­sen­wert 33,6 Mrd. €) «an vor­ders­ter Front mit da­bei». Der deut­sche Zu­lie­fe­rer wer­de in der all­ge­mei­nen Wahr­neh­mung zu Un­recht oft nur als Rei­fen­her­stel­ler wahr­ge­nom­men. Von sei­nen fünf Di­vi­sio­nen ist mit ei­nem Um­satz­an­teil von zu­letzt 29% die Di­vi­si­on Rei­fen die gröss­te. Dann folgt schon Chas­sis & Sa­fe­ty, die et­wa Brem­so­der Fahras­sis­tenz­sys­te­me her­stellt und im ver­gan­ge­nen Jahr 22% zum Kon­zern­um­satz bei­trug. Nach dem Vor­stands­vor­sit­zen­den El­mar De­gen­hart lau­tet die Vi­si­on von Con­ti­nen­tal: «Null Un­fäl­le. Das ist kei­ne Uto­pie mehr!»

Zur­zeit läuft es für den Zu­lie­fe­rer wie­der rund. Von 2009 bis 2013 stieg der Um­satz 13,5% pro an­no auf 33,3 Mrd. € , im sel­ben Zei­t­raum ver­wan­del­te sich ein Ver­lust von 1,6 Mrd. € in ei­nen Über­schuss von 1,9 Mrd. €. Ge­mäss dem An­fang März ab­ge­ge­be­nen Aus­blick rech­nen die Deut­schen mit ei­nem wei­ter wach­sen­den Um­feld: Im lau­fen­den Jahr sol­len sich da­nach die welt­wei­te Fahr­zeug­pro­duk­ti­on so­wie die für Con­ti­nen­tal be­deu­ten­den Pkw-Rei­fen­er­satz­märk­te in Eu­ro­pa und der Nafta-Re­gi­on je rund 2% aus­wei­ten. Die dar­aus für das ei­ge­ne Ge­schäft ge­zo­ge­ne Mar­gen­pro­gno­se hat der Kon­zern an sei­ner Haupt­ver­samm­lung am 25. April schon er­höht: Für 2014 strebt er nun ei­ne be­rei­nig­te Be­triebs­ge­winn­mar­ge von 10,5 statt 10,0% an. Der Start ist gut ver­lau­fen. Im ers­ten Jah­res­quar­tal stieg der Um­satz 4,4%, der be­rei­nig­te Be­triebs­ge­winn leg­te gar fast 20% zu. Und «im zwei­ten Quar­tal scheint sich der gu­te Trend fort­zu­set­zen», so De­gen­hart.

Das weckt die Er­war­tung, dass sich auch der Kurs­an­stieg fort­setzt: Seit dem Zwi­schen­tief An­fang Ok­to­ber 2011 hat sich der Kurs mehr als ver­vier­facht. 2013 wa­ren die Ak­ti­en mit ei­nem Plus von 82% er­neut Spit­zen­rei­ter im Dax. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2014 von 14 ist nicht über­ris­sen – und auch die Aus­schüt­tungs­quo­te von zu­letzt 26% (mit der sich ei­ne Di­vi­den­den­ren­di­te von 1,5% er­gibt) lässt Raum nach oben.

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