Ge­fahr ge­leug­net

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - TM

Al­bert Ed­wards, als Stra­te­ge der fran­zö­si­schen Gross­bank So­cié­té Gé­né­ra­le für die Ent­wick­lung pro­vo­zie­ren­der und al­ter­na­ti­ver Sze­na­ri­en ver­ant­wort­lich, mo­niert: Eu­ro­pa leug­ne das of­fen­sicht­li­che Ri­si­ko ei­ner De­fla­ti­on. Dies wer­de be­son­ders am Sze­na­rio der eu­ro­päi­schen Ban­ken­auf­sicht (EBA) er­sicht­lich, das die­se ih­rem für Herbst ge­plan­ten Stress­test für den schlimms­ten Fall zu­grun­de le­ge. Selbst die dort an­ge­nom­me­ne tie­fe Re­zes­si­on wür­de kei­ne De­fla­ti­on aus­lö­sen.

In der Tat ist der an­ste­hen­de Ban­ken­stress­test här­ter als der aus dem Jahr 2011: Dies­mal nimmt das ad­ver­se Sze­na­rio ei­nen Ein­bruch der Wirt­schafts­leis­tung 2014 bis 2016 von ins­ge­samt fast 7% an, da­mals war ein Ein­bruch von rund 4% «ein­ge­plant» wor­den. Das ad­ver­se Sze­na­rio der EBA wür­de ei­nen Rück­gang der In­fla­ti­on um 1,3 Pro­zent­punk­te pro­du­zie­ren, doch die Teue­rung blie­be selbst in die­sem Fall po­si­tiv (0,3%). Mit Blick auf ei­ne Wirt­schaft, für die be­reits jetzt dis­ku­tiert wird, ob sie am Ran­de ei­ner De­fla­ti­on ste­he (vgl. Sei­te 20), sei die An­nah­me, sie rut­sche selbst im schlimms­ten Sze­na­rio nicht in ei­ne De­fla­ti­on, reich­lich selbst­ge­fäl­lig. ali­sier­ten, dass Fed und EZB kei­ne Mu­ni­ti­on mehr ha­ben, fragt Wat­sa be­sorgt.

In der Tat be­fin­det sich die Welt­wirt­schaft in ei­nem la­bi­len Gleich­ge­wicht. Soll­te der nächs­te Ab­schwung ein­tre­ten, be­vor die quan­ti­ta­ti­ven Lo­cke­rungs­übun­gen ein­ge­stellt und die Zin­sen an­ge­ho­ben wur­den, sind den Re­gie­run­gen und No­ten­ban­ken die Hän­de ge­bun­den. Trotz frag­wür­di­gem Er­folgs­aus­weis wür­de wohl in noch nie da­ge­we­se­nem Aus­mass auf un­kon­ven­tio­nel­le geld­po­li­ti­sche Mass­nah­men ge­setzt, da der fis­ka­li­sche Spiel­raum an­ge­sichts der ho­hen Schul­den­quo­ten ein­ge­schränkt scheint.

An­le­ger sind gut be­ra­ten, die Ent­wick­lun­gen in Chi­na zu be­ob­ach­ten. Da­bei soll­te der Fo­kus nicht nur auf das Wachs­tum ge­legt wer­den, son­dern auch auf die ge­samt­wirt­schaft­li­che In­fla­ti­ons­ra­te.

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