Chi­na auf dem Weg zur Spit­ze

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PR

Im Ver­gleich des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) der USA mit dem von Chi­na – in Dol­lar und zu ak­tu­el­len Wech­sel­kur­sen – ist die Hier­ar­chie klar: Im Jahr 2013 war die USA mit ei­nem BIP von rund 16,8 Bio. $ die mit Ab­stand gröss­te Volks­wirt­schaft. Platz zwei be­legt Chi­na, das Land brach­te 2013 ge­mäss den Da­ten des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) ein BIP von 9,2 Bio. $ auf die Waa­ge.

We­ni­ger er­drü­ckend ist die US-Do­mi­nanz bei ei­ner Be­trach­tung der Wirt­schafts­leis­tung un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Kauf­kraft­pa­ri­tät (KKP). Durch die­se Ber­ei­ni­gung wird er­sicht­lich, wie vie­le Gü­ter mit dem Geld im Land wirk­lich er­wor­ben wer­den kön­nen.

Un­ter­be­wer­te­ter Yuan

Bei Chi­na ist die Ab­wei­chung zu den her­kömm­li­chen, zu of­fi­zi­el­len Wech­sel­kur­sen be­rech­ne­ten Da­ten be­son­ders gross, da der Yuan nach wie vor als un­ter­be­wer­tet gilt. Ge­mäss den neus­ten Da­ten des von der Welt­bank ge­lei­te­ten In­ter­na­tio­nal Com­pa­ri­son Pro­gram (ICP) wä­re die Kauf­kraft­pa­ri­tät (KKP) zwi­schen den Volks­wirt­schaf­ten Chi­na und USA bei ei­nem Wech­sel­kurs von 3.50 Yuan/$ er­reicht. Der ak­tu­el­le of­fi­zi­el­le Wech­sel­kurs be­trägt je­doch 6.30 Yuan/$. Laut der Welt­bank be­trug Chi­nas BIP im Jahr 2011 zum KKP-Wech­sel­kurs 13,5 Bio. $, fast doppelt so viel wie auf Ba­sis des da­mals gel­ten­den Wech­sel­kur­ses.

Für die USA er­mit­tel­ten die Sta­tis­ti­ker des ICP ei­ne Wirt­schafts­leis­tung von 15,5 Bio. $. Chi­nas Ab­stand zur USA ist da­mit auf 13% ge­schrumpft. Zum letz­ten Mal hat­te ICP im Jahr 2005 die kauf­kraft­be­rei­nig­ten BIP-Da­ten pu­bli­ziert. Da­mals lau­te­te die Schät­zung, Chi­nas Wirt­schaft sei we­ni­ger als halb so gross wie die ame­ri­ka­ni­sche. Da die chi­ne­si­sche Wirt­schaft ge­mäss IWF-Schät­zung zwi­schen 2011 und 2014 um 24% ge­wach­sen ist, das US-BIP aber nur 7,6%, ist an­zu­neh­men, dass Chi­na die­ses Jahr die USA auf Ba­sis des BIP zu KKP-Wech­sel­kur­sen ein­ho­len wird (vgl. Gra­fik).

In­di­en über­holt Ja­pan

Da die Wäh­run­gen der Schwel­len- und der Ent­wick­lungs­län­der ten­den­zi­ell un­ter­be­wer­tet sind, fal­len BIP und ProKopf-Ein­kom­men zu KKP-Kur­sen ent­spre­chend hö­her aus als zu den of­fi­zi­el­len Wech­sel­kur­sen. Vor al­lem des­halb hat in der neu­en Schät­zung de s ICP das öko­no­mi­sche Ge­wicht der Emer­ging Mar­kets zu­ge­nom­men. Der An­teil der Län­der mit mitt­le­rem Pro-Kopf-Ein­kom­men am Welt-BIP ist auf KKP-Ba­sis seit 2005 von 32 auf fast 50% ge­stie­gen. Die Hälf­te der zwölf gröss­ten Volks­wirt­schaf­ten sind Schwel­len­län­der. In­di­en ist neu die dritt­gröss­te Volks­wirt­schaft und hat Ja­pan über­holt. Auch Bra­si­li­en be­kommt in der KKP-Be­trach­tung mehr Ge­wicht und ist nun auf der Rang­lis­te vor Frank­reich.

Um die Wirt­schafts­kraft ein­zel­ner Län­der mit­ein­an­der zu ver­glei­chen, sind die um die Kauf­kraft be­rei­nig­ten Da­ten je­doch nicht sehr hilf­reich. Die zu of­fi­zi­el­len Wech­sel­kur­sen um­ge­rech­ne­ten Grös­sen sind ge­eig­ne­ter: Sie ge­ben die Kauf­kraft ei­nes Lan­des auf den in­ter­na­tio­na­len Märk­ten wie­der. Bis Chi­nas Wirt­schaft je­ne der USA zu of­fi­zi­el­len Wech­sel­kur­sen über­stei­gen wird, dürf­te es noch ei­ne Wei­le dau­ern. Laut den Ana­lys­ten von Ca­pi­tal Eco­no­mics wird es frü­hes­tens 2025 so­weit sein.

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