Kommt der M&A-Boom?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - JA­KOB TANZ­MEIS­TER,

Schon län­ger hor­ten Un­ter­neh­men Li­qui­di­tät, und die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten sind nach wie vor nied­rig. Da­her wird zu­neh­mend mit ei­nem An­stieg der Fu­sio­nen und Über­nah­men (Mer­gers and Ac­qui­si­ti­ons, M&A) ge­rech­net. Die­se Er­war­tung ist bis­her al­ler­dings noch nicht ein­ge­trof­fen.

Grund für die schwa­che M&A-Ak­ti­vi­tät ist die Vor­sicht vie­ler Fir­men­chefs und Fi­nanz­vor­stän­de an­ge­sichts der jüngs­ten po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Un­ge­wiss­heit. Da die ma­kro­öko­no­mi­schen Ri­si­ken je­doch nach­las­sen und die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten so nied­rig wie sel­ten sind, könn­te sich der er­sehn­te M&A-Boom 2014 end­lich ein­stel­len. Das glo­ba­le Vo­lu­men von Fir­men­über­nah­men be­zif­fert Dea­lo­gic für 2014 auf 764,3 Mrd. $, 71% mehr als 2013. Die­ser An­stieg könn­te deut­li­che Aus­wir­kun­gen für Wandelanleihen ha­ben.

Schliess­lich wer­den die­se gern zur Fi­nan­zie­rung von Über­nah­men ein­ge­setzt, so­dass mehr dies­be­züg­li­che Ab­schlüs­se die Emis­si­ons­tä­tig­keit an­re­gen könn­ten. Ein gu­tes Bei­spiel gab der deut­sche Ge­sund­heits­kon­zern Fre­se­ni­us, der ei­nen im Sep­tem­ber 2019 fäl­li­gen Wand­ler über 375 Mio. € aus­gab, um die Über­nah­me pri­va­ter Kran­ken­häu­ser zu fi­nan­zie­ren.

Auch klei­ne­ren und mitt­le­ren Un­ter­neh­men (KMU) bie­ten Wand­ler ei­ne wich­ti­ge Fi­nan­zie­rungs­quel­le, denn da­mit lässt sich der zy­kli­sche Cha­rak­ter der Ge­schäfts­tä­tig­keit in güns­ti­ge­re Kon­di­tio­nen um­mün­zen. Ei­ne be­trächt­li­che An­zahl KMU könn­te zu Über­nah­me­kan­di­da­ten für Un­ter­neh­men wer­den, die in at­trak­ti­ve Wachs­tums­be­rei­che ein­stei­gen möch­ten.

Für An­le­ger er­ge­ben sich dar­aus mög­li­cher­wei­se Chan­cen, denn vie­le An­lei­hen ha­ben ei­ne Klau­sel für den Fall ei­ner Über­nah­me, «Rat­chet Clau­se» ge­nannt. Sie legt fest, dass sich bei der Be­kannt­ga­be ei­ner Über­nah­me das Wand­lungs­ver­hält­nis än­dert, wo­durch In­ha­ber des Pa­piers von den Aus­wir­kun­gen der Über­nah­me auf die zu­grun­de­lie­gen­de Ak­tie pro­fi­tie­ren. Wird ein Emit­tent über­nom­men, kann die Klau­sel die Per­for­mance stei­gern und aus­ser­or­dent­li­chen Er­trä­ge brin­gen (bei ei­ni­gen Wand­lern ist das Er­trags­po­ten­zi­al tat­säch­lich hö­her als die Über­nah­me­prä­mie der ent­spre­chen­den Ak­tie).

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