Neu­er Un­ru­he­herd Slo­we­ni­en

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - T. RO­WE PRI­CE

Slo­we­ni­en könn­te wie­der für Un­si­cher­hei­ten in der Eu­ro­pe­ri­phe­rie sor­gen. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Alen­ka Bra­tu­sek wur­de von Zoran Jan­ko­vic, Bür­ger­meis­ter der Haupt­stadt Ljublja­na, als Par­tei­vor­sit­zen­de ab­ge­löst. Ob­wohl Bra­tu­sek wei­ter Re­gie­rungs­che­fin bleibt, wird es die­ses Jahr mit ho­her Wahr­schein­lich­keit zu vor­ge­zo­ge­nen Wah­len kom­men.

Slo­we­ni­en ist ei­ne Er­folgs­ge­schich­te der Pe­ri­phe­rie­län­der. Noch vor ei­nem Jahr wur­de das Land, das da­mals kurz vor der Ret­tung (Bailout) durch EU und IWF stand, als nächs­tes Zy­pern an­ge­se­hen. Als sich die Ban­ken­kri­se ver­schärf­te, konn­te die slo­we­ni­sche Re­gie­rung die Si­tua­ti­on je­doch oh­ne An­trag auf of­fi­zi­el­le Hil­fe lö­sen.

Die drei gröss­ten Ban­ken wur­den im De­zem­ber 2013 mit ins­ge­samt 3 Mrd. € re­ka­pi­ta­li­siert. Die Un­si­cher­hei­ten der Märk­ten wur­de zer­streut. Seit­dem konn­te Slo­we­ni­en zwei grös­se­re An­lei­hen be­ge­ben. Zu­sätz­lich zu ei­ner Emis­si­on über 3,5 Mrd. $ im Fe­bru­ar, gab Slo­we­ni­en im April Pa­pie­re über re­kord­ho­he 2 Mrd. € aus.

Bei­de Trans­ak­tio­nen sties­sen auf gros­ses Kauf­in­ter­es­se. Der Kurs­ver­lust slo­we­ni­scher An­lei­hen der ver­gan- ge­nen Ta­ge blieb re­la­tiv be­grenzt (auf 35 bis 40 Ba­sis­punk­te). Das spie­gelt den Glau­ben der In­ves­to­ren an lang­fris­ti­ges struk­tu­rel­les Wachs­tum. Wich­tig ist auch, dass der Kon­sens wei­ter dar­auf fo­kus­siert ist, die Fi­nan­zund Geld­po­li­tik des Lan­des sta­bil zu hal­ten.

Die Wachs­tums­da­ten ha­ben die Er­war­tun­gen der In­ves­to­ren über­trof­fen. Die slo­we­ni­sche Wirt­schaft, so wird er­war­tet, dürf­te 2014 wie­der zu po­si­ti­vem Wachs­tum zu­rück­keh­ren (+0,4% nach –1,1% im Vor­jahr). Durch Kon­so­li­die­rungs­mass­nah­men ver­sucht die Re­gie­rung das Bud­get­de­fi­zit bis 2015 auf un­ter 3% des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) zu re­du­zie­ren. Die Leis­tungs­bi­lanz weist ei­nen Über­schuss von 6% des BIP aus.

Die Ren­di­ten slo­we­ni­scher Staats­an­lei­hen sind hö­her als spa­ni­sche oder ita­lie­ni­sche. Dies könn­te In­ves­to­ren­in­ter­es­se we­cken, zu­mal das Land re­la­tiv star­ke Fun­da­men­tal­da­ten auf­weist. Die Er­eig­nis­se der ver­gan­ge­nen Ta­ge er­in­nern dar­an, dass eu­ro­päi­sche Fi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen ri­si­ko­an­fäl­lig blei­ben – aber auch, dass ei­ni­ge Län­der nun struk­tu­rell stär­ker sind und ge­gen Vo­la­ti­li­tät bes­ser ge­schützt sind.

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