«Fall BKB» sorgt für mehr Dis­zi­plin im Mar­ket Ma­king

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - RG

Ban­ken ha­ben ei­nen Vor­teil ge­gen­über an­de­ren Un­ter­neh­men: Sie kön­nen ih­re ei­ge­nen Be­tei­li­gungs­ti­tel an der Bör­se han­deln und da­mit – be­son­ders in il­li­qui­den Pa­pie­ren mit ent­spre­chend gros­sem Spre­ad – di­rekt Ein­fluss auf den Kurs neh­men. Sol­ches Mar­ket Ma­king wird von der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­markt­auf­sicht (Fin­ma) to­le­riert, so­fern der Kurs nicht ge­gen den Markt­trend be­ein­flusst wird.

Ge­nau dies kann aber rasch ge­sche­hen, wenn die Bank den Han­del do­mi­niert, wie das jüngs­te Bei­spiel der Bas­ler KB (BKB) zeigt. Sie wur­de im ver­gan­ge­nen Herbst von der Fin­ma ge­rügt und ge­büsst, weil sie «in ma­ni­pu­la­ti­ver Wei­se» in den Kurs der ei­ge­nen Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne ein­ge­grif­fen hat­te. Die Fol­gen wa­ren ein zwi­schen­zeit­lich klar zu ho­hes Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis der Ti­tel von 24 und ein auf­fäl­lig sta­bi­ler Kurs­ver­lauf.

Zah­len im Ge­schäfts­be­richt und die Han­dels­sta­tis­tik der Bör­se be­le­gen nun, dass die BKB im letz­ten Jahr ih­re Pra­xis ge­än­dert hat. Der An­teil der Ti­tel, die über die Bü­cher der Bank ge­han­delt wor­den sind, hat sich 2013 ge­gen­über dem Vor­jahr mehr als hal­biert (vgl. Gra­fik). Der Qu­er­ver­gleich zu an­de­ren Re­tail­ban­ken macht zu­dem deut­lich, dass der «Fall BKB» bran­chen­weit dis­zi­pli­nie­rend ge­wirkt hat. Ei­ne deut­li­che Mehr­heit der ko­tier­ten Re­tail­ban­ken wi­ckel­te 2013 ei­nen ge­rin­ge­ren An­teil des Han­dels in ih­ren Va­lo­ren über die ei­ge­nen Bü­cher ab. Es dürf­te al­ler­dings auch kein Zu­fall sein, dass aus­ge­rech­net zwei der im Mar­ket Ma­king ak­tivs­ten In­sti­tu­te an der Bör­se eher zu hoch be­wer­tet sind: Bank Linth (KGV 2014: 21) und Grau­bünd­ner KB (17).

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