1001 Nacht

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Schmin­ke, Schmalz­lo­cken und Schmachtau­gen – af­gha­ni­sche Bräu­te schei­nen al­le Freu­den aus tau­send­und­ei­ner Nacht zu ver­heis­sen. Die Bild­nis­se zie­ren ei­ne der et­wa sieb­zig «Wed­ding Halls» in Ka­bul. Opu­len­te Hoch­zeit­s­par­ties sind ein loh­nen­des Ge­schäft in der Haupt­stadt, un­ter de­ren mehr

als drei Mil­lio­nen Ein­woh­nern sich längst nicht nur Hun­ger­lei­der fin­den – wo­bei die­ser oder je­ner Wohl­stand aus ge­ris­se­ner Ab­schöp­fung stam­men dürf­te. Die Braut­sip­pe wählt das Lo­kal, die­je­ni­ge des Bräu­ti­gams be­zahlt. Heisst: So man­cher jun­ge Mann muss sich in Ge­duld üben und die Sei­nen zu Spar­sam­keit an­hal­ten. Als die glau­bens­star­ken Ta­li­ban herrsch­ten, wa­ren gla­mou­rö­se Fes­ti­vi­tä­ten ta­bu, man­che Be­trei­ber sol­cher Hei­rats­her­ber­gen dis­lo­zier­ten da­mals nach Pa­kis­tan. Die Trau­die­len be­dür­fen in ei­ner rau­en Ka­pi­ta­le wie Ka­bul des Schut­zes. Am Ein­gang kau­ern da­her fins­ter bli­cken­de Bart­trä­ger, auf dem Schoss der ein­zi­ge Ex­port­hit der rus­si­schen In­dus­trie. Sind‘s am En­de Got­tes­krie­ger a. D., die sich ein kar­ges Zu­brot ver­die­nen müs­sen? Die in­ter­na­tio­na­len Trup­pen zie­hen schritt­wei­se ab, zur Be­klem­mung der Ver­mäh­lungs­im­pre­sa­ri­os. Ob die Wäch­ter bald wie­der an der Front ste­hen wer­den, für Got­tes­lohn?

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