Fak­ten zu den Ret­tungs­schir­men

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AN

Streng ge­nom­men kam Por­tu­gal im Ju­ni 2011 nicht nur in den Ge­nuss ei­nes Kre­dits, son­dern gleich drei­er. Die ins­ge­samt 78 Mrd. € wur­den von drei In­sti­tu­tio­nen be­reit­ge­stellt. Je­weils 26 Mrd. € zahl­ten die da­mals ei­ligst er­rich­te­ten Eu­ro-Ret­tungs­schir­me EFSF und EFSM so­wie der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF). Des­sen Bei­trag von 26 Mrd. € wur­de in IWF-Son­der­zie­hungs­rech­ten be­wil­ligt. Weil die­se sich auf­wer­te­ten, zahlt er am En­de vor­aus­sicht­lich 27,5 Mrd. € aus.

Hin­ter dem EFSM ver­birgt sich die EU, die den Kre­dit über den ei­ge­nen Haus­halt fi­nan­zier­te. Hin­ter dem EFSF ste­hen die Eu­ro­staa­ten als Bür­gen – er emit­tier­te meh­re­re An­lei­hen, um sich die Mit­tel für den Por­tu­gal­kre­dit zu be­schaf­fen. Der EFSM hat sich nur noch am Dar­le­hen für Ir­land be­tei­ligt, das En­de 2013 aus­lief. Der EFSF bleibt in­des wei­ter tä­tig: Er muss noch den rest­li­chen Grie­chen­land­kre­dit aus­be­zah­len (min­des­tens bis zum drit­ten Quar­tal 2014). Ein­ge­stellt wird er erst, wenn al­le Gel­der zu­rück­ge­zahlt wur­den. Das wird nicht vor 2040 der Fall sein.

Für al­le künf­ti­gen, neu­en Kri­sen­ein­sät­ze wird dann der per­ma­nen­te Ret­tungs­schirm ESM auf­kom­men, der im Herbst 2012 sei­ne Ar­beit auf­nahm und Spa­ni­ens Ban­ken­re­struk­tu­rie­rung fi­nan­zier­te. Er ist ei­ne in­ter­gou­ver­ne­men­ta­le In­sti­tu­ti­on, wäh­rend es sich beim EFSF nur um ei­ne Zweck­ge­sell­schaft lu­xem­bur­gi­schen Rechts han­delt.

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