UBS und Ro­che GS

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Man kann dis­ku­tie­ren, ob UBS in den letz­ten neun Mo­na­ten tat­säch­lich ei­ne in­ver­se He­ad-&-Shoul­der-Struk­tur aus­ge­bil­det ha­ben. Wir wer­den es ge­nau­er wis­sen – dann, wenn die Neck­li­ne die­ser H&S über­wun­den ist.

Die Ak­tie wird dann in ei­ne Ral­ly über­ge­hen, die viel­leicht fünf bis acht Wo­chen dau­ert und in die Ge­gend von 21.50/22 Fr. geht. Das ist dann He­ad-&Shoul­der-ty­pisch und ei­ne Sa­che für Bör­sen-TV-Kom­men­ta­to­ren, die den plötz­li­chen und schnel­len Kurs­an­stieg fürs Pu­bli­kum ar­gu­men­ta­tiv ir­gend­wie zu er­klä­ren wis­sen. Wes­halb sich die H&S aber über­haupt aus­ge­bil­det hat, bleibt da­bei na­tür­lich im Dun­keln.

War­ten auf den Start­schuss

Aus tech­ni­scher Sicht ist auch nicht al­lein die H&S selbst re­le­vant, des­halb mag ich dar­über auch nicht dis­ku­tie­ren. Wich­tig sind der Ge­samt­kon­text und die Al­ter­na­tiv­sze­na­ri­en. So viel ist klar: Die Kurs­ent­wick­lung von Au­gust bis heu­te passt we­der zu ei­nem Lang­frist-Top noch zu ei­nem fri­schen Ab­wärts­trend. Sie passt aber her­vor­ra­gend zum Sche­ma ei­ner Kon­so­li­die­rung. Ob sich da nun ein Tri­ang­le, ein Flag oder ei­ne He­ad & Shoul­der aus­ge­bil­det hat, ist Ne­ben­sa­che und al­len­falls noch kurz­fris­tig re­le­vant. Die H&S-Va­ri­an­te wä­re da­von ein­fach die fie­ses­te, weil die Seit­wärts­be­we­gung di­rekt und oh­ne lan­ge Vor­warn­zeit in ei­ne Ral­ly mün­den wür­de. Es müss­te sich dann ein Kurs­ver­lauf er­ge­ben, ähn­lich dem, den wir bei UBS schon zwi­schen Mit­te De­zem­ber und Mit­te Ja­nu­ar ge­se­hen ha­ben. Noch ist der Start­schuss da­zu aber nicht ge­fal­len.

Wie Sie mit die­ser Si­tua­ti­on um­ge­hen, hängt al­so da­von ab, wie viel Aus­dau­er und Ri­si­ko­spiel­raum Sie in Ih­rem Port­fo­lio zur Ver­fü­gung ha­ben. Und da tref­fen wir ja auf ei­ne hoch­in­ter­es­san­te Aus­gangs­la­ge. Die ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te ha­ben die In­ves­to­ren äus­serst ri­si­ko­avers ge­macht. Die meis­ten dürf­ten mit Käu­fen des­halb war­ten, bis die Ral­ly be­gon­nen hat.

Wer­muts­trop­fen bei RGS

Bei Ro­che GS ist die Aus­gangs­la­ge we­ni­ger spek­ta­ku­lär. In den letz­ten zwei Mo­na­ten ha­ben sie in­ner­halb ei­ner Flag-Struk­tur kor­ri­giert. Ganz zu En­de ist dies wahr­schein­lich nicht, kurz­fris­tig ist mit Kur­sen im Be­reich 245/250 Fr. zu rech­nen. Mit­tel­fris­tig dürf­te sich die­ses Flag aber in ei­nen neu­en An­stieg bis et­wa 270/275 Fr. ent­wi­ckeln.

Lei­der ist da­zu fest­zu­stel­len, dass die lang­fris­ti­ge Tech­nik sprö­de ist. Hö­he­re Kur­se wür­den des­halb zur Be­las­tung und wä­ren nicht dau­er­haft. Die Si­tua­ti­on von Ro­che ist so­mit zwei­schnei­dig: Nach der Kor­rek­tur bie­tet der Ti­tel kurz- und mit­tel­fris­tig Auf­wärts­po­ten­zi­al. Lang­fris­tig be­trach­tet wer­den die in die­sen Mo­na­ten ab­lau­fen­den Kurs­be­we­gun­gen aber vor­aus­sicht­lich zu ei­nem Tanz um ein Top. RGS wer­den bald zum Tra­ding Buy. Mit dem Kurs­an­stieg wer­den sie aus län­ger­fris­ti­ger Sicht dann aber auch zum Ver­kaufs­ob­jekt. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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