Im Phar­ma­sek­tor geht die Fu­sio­ni­tis um

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Merck schmie­det Mil­li­ar­den­deal mit Bay­er – Tar­get feu­ert Kon­zern­chef – J. P. Mor­gan läuft es har­zig

Mon­tag schloss der US-Leit­in­dex auf 1884,66, was ge­mes­sen am Stand vom ver­gan­ge­nen Don­ners­tag ei­nem leich­ten Plus von 0,5% ent­spricht. Mehr Be­we­gung gab es am An­lei­hen­markt, wo die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen erst­mals seit drei Mo­na­ten un­ter 2,6% ge­rutscht ist.

Lan­ge hat sich im Phar­ma­sek­tor we­nig be­wegt. Doch jetzt geht es Schlag auf Schlag. Merck (58.63 $ am Mon­tag, –1,7% seit Don­ners­tag) ver­kauft das Ge­schäft mit re­zept­frei­en Ge­sund­heits­pro­duk­ten für 14,2 Mrd. $ an Bay­er. Mit dem De­al will sich Merck auf die Kern­kom­pe­ten­zen kon­zen­trie­ren, wo­zu die Be­hand­lung von Krebs und Dia­be­tes so­wie Impf­stof­fe zäh­len. Bay­er wie­der­um avan­ciert zum gröss­ten Ver­käu­fer re­zept­frei­er Prä­pa­ra­te in den USA.

Fros­tig ver­lau­fen da­ge­gen Ver­hand­lun­gen zwi­schen Pfi­zer (29.96 $, –3,8%) und dem bri­ti­schen Kon­kur­ren­ten AstraZe­ne­ca. Die­ser weist die Über­nah­me­of­fer­te von mehr als 100 Mrd. $ wei­ter­hin zu­rück, weil sie das Un­ter­neh­men «sub­stan­zi­ell» un­ter­be­wer­te. An­statt auf ei­nen Schul­ter­schluss set­ze AstraZe­ne­ca des­halb lie­ber auf den Al­lein­gang, er­klär­te Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Leif Jo­hans­son am Di­ens­tag.

An der Spit­ze von Tar­get (59.87 $, –3%) ist es zu ei­nem ab­rup­ten Ab­gang ge­kom­men. VR-Prä­si­dent und CEO Gregg St­ein­ha­fel tritt per so­fort zu­rück. Aus­schlag­ge­bend war der auf­se­hen­er­re­gen­de Da­ten­klau, mit dem Hacker ver­gan­ge­nen Herbst Kre­dit­kar­ten­num­mern von Mil­lio­nen von Kun­den ent­wen­det hat­ten. Be­reits zu­vor stand St­ein­ha­fel in der Kri­tik. Bis sein Nach­fol­ger be­stimmt ist, über­nimmt Fi­nanz­chef John Mul­li­gan die Lei­tung des zweit­gröss­ten US-Ein­zel­händ­lers.

AIG (52.72 $, –0,4%) sorgt für ei­ne Ent­täu­schung. Der As­se­ku­ranz­rie­se ver­pass­te mit dem Quar­tals­er­geb­nis die Er­war­tun­gen deut­lich. Ver­ant­wort­lich da­für wa­ren ein An­stieg der Ver­si­che­rungs­an­sprü­che so­wie ei­ne Ab­nah­me der Prä­mi­en im Kern­ge­schäft mit Nicht­le­bens­ver­si­che­run­gen. Die Ak­ti­en AIG no­tier­ten am Di­ens­tag im frü­hen Han­del rund 3% tie­fer.

Den Gross­ban­ken bläst ei­ne stei­fe Bri­se ent­ge­gen. Wie J. P. Mor­gan Cha­se (54.22 $, –2,7%) mel­det, läuft es im Tra­ding wei­ter­hin har­zig. Bleibt das so, dürf­ten die Ein­nah­men im zwei­ten Quar­tal um rund ein Fünf­tel sin­ken, warnt der US-Bran­chen­lea­der. Das be­deu­tet auch für Kon­kur­ren­ten wie Gold­man Sachs (25.55 $, +0,4%), Ci­ti­group (47.18 $, –1,2%), Mor­gan St­an­ley (30.07 $, –3,7%) und Bank of Ame­ri­ca (15.08 $, –0,1%) nichts Gu­tes. Be­reits für das ers­te Quar­tal prä­sen­tier­ten die US-Fi­nanz­ko­los­se nur mäs­si­ge Er­geb­nis­se im Han­del.

Kon­junk­tur­sor­gen prä­gen die Stim­mung an der Bör­se von São Pau­lo. Bra­si­li­en sieht sich mit ei­nem Zwei­ge­spann von stei­gen­der In­fla­ti­on und schwa­chem Wachs­tum kon­fron­tiert. In­ves­to­ren hof­fen nun dar­auf, dass Prä­si­den­tin Dil­ma Rousseff bei den Wah­len im Herbst un­ter­liegt. Spe­ku­la­tio­nen um ei­nen Re­gie­rungs­wech­sel ha­ben dem Leit­in­dex Bo­ve­s­pa seit Mit­te März fast 20% Auf­trieb ge­ge­ben. Be­son­ders pro­fi­tiert ha­ben Va­lo­ren staats­na­her Kon­zer­ne wie Pe­tro­bras (16.40 Re­al, +4,9%).

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