Zwei neue Me­di­ka­men­te

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - PA

Tu­ber­ku­lo­se ( TB) wird von ei­nem Bak­te­ri­um, My­co­bac­te­ri­um tu­ber­cu­lo­sis, ver­ur­sacht. Die Bak­te­ri­en ge­lan­gen über Hus­ten, Spre­chen und Nie­sen des In­fi­zier­ten in Trop­fen nach aussen und wer­den von an­de­ren Men­schen ein­ge­at­met. Um sich an­zu­ste­cken, muss ein Mensch al­ler­dings über län­ge­re Zeit von sehr vie­len Kei­men um­ge­ben sein. Ein Tu­ber­ku­lo­se-Bak­te­ri­um wird in der Lun­ge vom Im­mun­sys­tem be­kämpft, ein­ge­schlos­sen und vor­erst un­schäd­lich ge­macht. Erst Jah­re nach der Erst­in­fek­ti­on kann die Tu­ber­ku­lo­se aus­bre­chen, was aber nur bei je­dem fünf­ten bis zehn­ten Pa­ti­en­ten der Fall ist.

Die The­ra­pie ist auf­wen­dig und dau­ert sechs Mo­na­te. Heu­te wer­den drei, meist vier Me­di­ka­men­te, so ge­nann­te An­ti­tu­ber­ku­lo­ti­ka, gleich­zei­tig ein­ge­setzt. Die längst ge­ne­ri­schen Stan­dard­me­di­ka­men­te sind Iso­nia­zid, Ri­fam­pi­cin und Py­ra­zi­n­a­mid. Als vier­tes Me­di­ka­ment wird Et­ham­bu­tol oder Strep­to­my­cin ver­ab­reicht.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­ben je­doch die Re­sis­ten­zen der Bak­te­ri­en ge­gen die­se Me­di­ka­men­te zu­ge­nom­men. Die Be­hand­lung kann dann nur noch mit Me­di­ka­men­ten er­fol­gen, de­ren Ne­ben­wir­kun­gen stär­ker und de­ren Hei­lungs­quo­ten ge­rin­ger sind. Ein Pa­ti­ent, der mit mul­ti­re­sis­ten­ten Tu­ber­ku­lo­se­bak­te­ri­en in­fi­ziert ist, muss bis zu 30 Ta­blet­ten pro Tag über zwei Jah­re ein­neh­men. «Was die Me­di­ka­men­ten­re­sis­ten­zen an­geht, ist Tu­ber­ku­lo­se ei­ne Zeit­bom­be», war­nen For­scher des In­sti­tuts für Epi­de­mio­lo­gie der Uni­ver­si­tät Kiel. In die­sem Jahr sol­len zwei neue Me­di­ka­men­te zur Be­hand­lung von mul­ti­re­sis­ten­ten TB-Fäl­len auf den Markt kom­men: Be­daqui­li­ne (Her­stel­ler: Ti­bo­tec/ Jans­sen Phar­ma) und Del­ama­nid (Her­stel­ler: Ots­kua Phar­ma).

Als wei­te­re Wachs­tums­trei­ber gel­ten neue Me­di­ka­men­te ge­gen TB. Die The­ra­pie ist bis­her sehr zeit­auf­wen­dig. Pa­ti­en­ten bre­chen die sechs­mo­na­ti­ge Be­hand­lung oft vor­zei­tig ab. So­bald neue Me­di­ka­men­te den Zei­t­raum ver­kürz­ten, wer­de auch die Test­nach­fra­ge wei­ter stei­gen, glau­ben die Ana­lys­ten von J. P. Mor­gan.

Für Qia­gen ist Quan­ti­fe­ron da­her ein Glücks­griff. Das Bio­tech-Un­ter­neh­men hat­te den Test 2011 für 355 Mio. $ von der Phar­ma­gesell­schaft Cel­les­tis er­wor­ben. Seit­her ha­ben sich auch die Ak­ti­en er­holt. An­le­ger soll­ten ei­nen Ein­stieg aber nicht über­stür­zen. Qia­gen be­fin­det sich in der Neu­aus­rich­tung.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.