Su­per Ma­rio wird’s schon rich­ten – oder?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - DA­NI­EL GSCHWEND,

Ma­rio Draghi, Prä­si­dent der EZB, hat er­neut ver­bal die Ka­no­nen don­nern las­sen. Wie bringt man die Schul­den weg? Ent­we­der durch ein stär­ke­res, breit ab­ge­stütz­tes Wachs­tum oder durch In­fla­ti­on. Die In­fla­ti­on ist der­zeit mit et­wa 0,7% zu tief, das an­ge­streb­te Ziel ist 2%. In Tei­len Eu­ro­pas herrscht so­gar De­fla­ti­on, vor al­lem in pe­ri­phe­ren Län­dern wie Spa­ni­en.

An der Pres­se­kon­fe­renz vom Don­ners­tag gab Draghi ziem­lich kla­re Zei­chen, dass be­reits an der nächs­ten Sit­zung mo­ne­tär ein­ge­grif­fen wer­den könn­te. An­ders als in den USA wer­den Käu­fe von An­lei­hen pri­va­ter wie staat­li­cher eu­ro­päi­scher Schuld­ner nur be­dingt ei­ne nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung brin­gen. Das Pro­blem ist, dass sich die Ban­ken für die an­ste­hen­de AQR (As­set Qua­li­ty Re­view) her­aus­put­zen, die Bi­lan­zen kür­zen und Ei­gen­ka­pi­tal auf­neh­men. Bi­lanz­kür­zun­gen sind de­fla­tio­när und müss­ten nun von der EZB kom­pen­siert wer­den.

Man darf ge­spannt sein, was sie aus dem Hut zau­bert. Der star­ke Eu­ro dürf­te vor­der­hand nur be­dingt schwä­cher wer­den. Ka­pi­tal­zu­flüs­se in den Eu­ro­raum stüt­zen wei­ter­hin. Der star­ke Eu­ro ist aber ein Dorn im Au­ge der eu­ro­päi­schen No­ten­ban­ker und Po­li­ti­ker. Die EZB wird hier ver­bal nicht viel aus­rich­ten kön­nen, des­halb wer­den Ta­ten nö­tig: ei­ne No­ten­bank­bi­lanz­aus­wei­tung. Dies wür­de dann zur nächs­ten Ab­wer­tungs­schlacht der wich­tigs­ten Wirt­schafts­räu­me füh­ren.

Nicht zu ver­ges­sen ist, dass sich in Chi­na eben­falls de­fla­tio­nä­re Ten­den­zen ent­wi­ckeln und sich der Yuan zum Dol­lar spür­bar ab­ge­wer­tet hat. Chi­na dürf­te nicht zö­gern, die ei­ge­ne Wäh­rung zu­guns­ten der Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu schwä­chen. Für Ja­pan gilt das Glei­che. Auf den ak­tu­el­len Ni­veaus soll­ten Ge­win­ne aus ita­lie­ni­schen und spa­ni­schen Staats­an­lei­hen rea­li­siert wer­den. Wer sich in der Pe­ri­phe­rie po­si­tio­nie­ren will, soll­te nach­ran­gi­ge Fi­nanz­an­lei­hen wie von Santan­der oder BBVA wäh­len, die Ren­di­ten um 5,7% bie­ten. Dies ist at­trak­ti­ver und nur un­we­sent­lich ris­kan­ter als zehn­jäh­ri­ge spa­ni­sche Staats­pa­pie­re mit ei­ner Ren­di­te von 2,97%. Yuan­an­lei­hen (Dim Sum Bonds) sind zu mei­den, da von ei­ner Ab­wer­tung des Yu­ans und ei­ner Aus­wei­tung der chi­ne­si­schen Cre­dit Spreads aus­zu­ge­hen ist.

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