Stand­ort Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - HEL­MUT HIRTZ,

FuW Nr. 28 vom 12. April Liest man den Bei­trag «Vom Sä­gen am ei­ge­nen Ast» von Pe­ter Morf, so fragt man sich: Ist die Schweiz noch wirt­schafts­freund­lich? Um­so mehr stellt sich die­se Fra­ge, wenn man die Trak­tan­den­lis­te der dies­jäh­ri­gen Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Nest­lé be­trach­tet. So ist zu be­fürch­ten, dass die Wirt­schaft in der Schweiz an Wert­schät­zung ver­liert. Die Un­ter­neh­men tru­gen nen­nens­wert da­zu bei, dass die Schweiz ein Er­folgs­mo­dell wur­de. Da­bei soll­te nicht über­se­hen wer­den, dass die Ak­tio­nä­re die wich­tigs­ten Geld­ge­ber und die ei­gent­li­chen Ri­si­ko­trä­ger der Wirt­schaft sind. Über die Wahr­neh­mung der Ak­tio­närs­rech­te mag man spin­ti­sie­ren. Der Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent von Nest­lé er­wähn­te: «In un­se­rem Fall wer­den fast zwei Drit­tel der stimm­be­rech­tig­ten Ak­ti­en von Per­so­nen ge­hal­ten, die aus­ser­halb der Schweiz woh­nen.» Hält man die 5. Sin­fo­nie von Beet­ho­ven für ein Vor­bild für Un­ter­neh­men, dann trifft dies wohl auch auf Nest­lé zu. Zi­tiert sei der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph Mi­chel de Mon­tai­gne (1533–1592): «Al­les in al­lem kos­tet es mehr Mü­he, Geld zu be­wah­ren, als es zu er­wer­ben.»

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