Min­dest­lohn

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - WIL­LY HUBER,

FuW Nr. 30 vom 19. April Der Ar­ti­kel nimmt Be­zug auf EU-Ver­hält­nis­se, sug­ge­riert aber, man müss­te bei uns die Min­dest­lohn­in­itia­ti­ve an­neh­men (weil al­les halb so schlimm sei). Lei­der un­ter­lässt es der Au­tor, Zah­len­ma­te­ri­al zu er­wäh­nen, das die Sa­che in ein ganz an­de­res Licht rückt. Es geht in den EU-Staa­ten um ca. ein Drit­tel des von der Initia­ti­ve an­ge­peil­ten Schwei­zer Min­dest­lohns (GB ca. 1440 Fr./Mo­nat, Frank­reich ca. 1700 Fr., Spa­ni­en 900 Fr., – Schweiz 4000 Fr., bei Min­dest­lohn 20 Fr./Std.). Ei­ne Un­ter­las­sungs­sün­de, denn ein der EU ent­spre­chen­der Min­dest­lohn von 2000 Fr. pro Mo­nat ist wahr­schein­lich in der Schweiz kaum mehr re­ell, weil längst über­schrit­ten. Im Üb­ri­gen: Es ist nicht rich­tig, dass «es ein­fa­cher (ist), bei hö­he­ren (Min­dest-) Löh­nen gu­te Ar­bei­ter zu fin­den und sie bei der Stan­ge zu hal­ten». Je­der Ar­beit­ge­ber kann/muss be­reits heu­te durch ein gu­tes fi­nan­zi­el­les An­ge­bot gu­te Fach­kräf­te bin­den. Aber bil­li­ge (weil fach­lich und sprach­lich un­aus­ge­bil­de­te, we­nig in­te­grier­te) Ar­bei­ter wür­den un­ter ei­nem Min­dest­lohn von im Nach­bar­ver­gleich ca. dem Drei­fa­chen am meis­ten lei­den, weil sie schlicht nicht mehr ein­ge­stellt wür­den.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.