Im USA-Tele­com­markt gilt «big is be­au­ti­ful»

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Der Tele­com­kon­zern AT&T setzt lie­ber auf ei­ne Ab­si­che­rung sei­ner Po­si­ti­on im Hei­mat­markt als auf ei­ne Ex­pan­si­on in Eu­ro­pa. Ge­mäss «Wall Street Jour­nal» will der frü­he­re Mo­no­po­list min­des­tens 40 Mrd. $, ge­mäss Bloom­berg so­gar 50 Mrd. $ für den Pay-TV-An­bie­ter Di­recTV auf­wer­fen. In New York zo­gen Di­recTV am Di­ens­tag rund 4% auf über 90 $ an. Dem­ge­gen­über ver­lo­ren die Va­lo­ren des Mo­bil­funk­rie­sen Vo­da­fo­ne in Lon­don 1,7%. Sie gal­ten als po­ten­zi­el­les Über­nah­me­ziel von AT&T. Da ein Kauf von Di­recTV und Vo­da­fo­ne zu­sam­men die Bi­lanz von AT&T so stra­pa­zie­ren und die Di­vi­den­den­fä­hig­keit be­ein­träch­tigt wür­de, er­scheint es un­wahr­schein­lich, dass die Ame­ri­ka­ner in ab­seh­ba­rer Zeit doch noch ein Ge­bot für das Mo­bil­funk­un­ter­neh­men ab­ge­ben.

Zu­sam­men mit AT&T könn­te Di­recTV bes­ser der sich ab­zeich­nen­den Ero­si­on der Kun­den­zah­len be­geg­nen. Die stei­gen­de Kon- kur­renz durch Over-the-Top-An­ge­bo­te über Breitbandverbindungen setzt Sa­tel­li­ten-TV-Un­ter­neh­men und Tel­cos un­ter Druck – in den USA ist die Ent­wick­lung da­bei schon wei­ter ge­die­hen als in Eu­ro­pa (vgl. Text oben). Zu­sam­men mit ei­nem Netz­be­trei­ber kann Di­recTV Bün­de­l­an­ge­bo­te ( Te­le­fo­nie, Da­ten­über­tra­gung, In­hal­te) an­bie­ten, wäh­rend AT&T vom bes­se­ren Zu­gang zu TV-In­hal­ten pro­fi­tiert.

Der Druck zur Kon­so­li­die­rung liegt auch an den re­gu­la­to­ri­schen Rah­men­be­din­gun­gen. Grös­se wird zu ei­nem Wett­be­werbs­fak­tor, da in den USA nach Ge­schwin­dig­keit und Qua­li­tät ge­staf­fel­te Leis­tungs­klas­sen in In­ter­net­ver­bin­dun­gen ex­pli­zit er­laubt sind. Gros­se An­bie­ter ha­ben hier Ska­len­vor­tei­le. Dar­um ballt sich auch im Ka­bel­sek­tor mit der ge­plan­ten Über­nah­me von Time War­ner Ca­ble durch Com­cast ein neu­er Rie­se zu­sam­men, der die Preis­set­zungs­macht in den Ta­ri­fen zur Netz­nut­zung er­höht und da­mit auch AT&T tref­fen kann. Die Wett­be­werbs­be­hör­den müs­sen dem Ge­schäft aber noch zu­stim­men. Auch der Pay-TV-An­bie­ter Dish, ein Gross­kun­de von Ku­del­ski, steht im Üb­ri­gen vor der Fra­ge, ob ein Al­lein­gang auf Dau­er noch sinn­voll ist.

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