Sanf­te Wel­len

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MG

Ei­ne Mög­lich­keit, Nah­rungs- und Arz­nei­mit­tel halt­bar – und bes­ser trans­por­tier­bar – zu ma­chen, ist, sie zu trock­nen. Bis­her wur­de das über Ge­frier-, Luft- oder Sprüh­trock­nung er­reicht. Das klei­ne ka­na­di­sche Un­ter­neh­men EnWa­ve ( To­ron­to: ENW, Kurs: 1.22 kan. $ am Mon­tag, Bör­sen­wert von 99 Mio. kan. $) hat nun ei­ne neue Trock­nungs­tech­no­lo­gie na­mens Ra­di­ant Ener­gy Va­cu­um (REV) ent­wi­ckelt. Sie setzt Mi­kro­well­ener­gie un­ter Va­ku­um bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren ein, um Nah­rungs- und Arz­nei­mit­tel, aber auch In­dus­trie­ma­te­ria­li­en scho­nend zu de­hy­dra­ti­sie­ren.

So ge­trock­ne­te Pro­duk­te ha­ben ge­mäss Ei­gen­wer­bung des Un­ter­neh­mens ei­nen bes­se­ren Ge­schmack so­wie ei­ne bes­se­re Far­be und Tex­tur als her­kömm­lich ge­trock­ne­te Pro­duk­te und wei­sen mehr Nähr­stof­fe auf. Die REV-Tech­no­lo­gie soll auch schnel­ler und güns­ti­ger sein als die Ge­frier­trock­nung und ei­ne hö­he­re Qua­li­tät der Trock­nung er­lau­ben als die Luft- oder die Sprüh­trock­nung.

Zur Ent­wick­lung ih­rer Tech­no­lo­gie ar­bei­te­te EnWa­ve mit meh­re­ren mul­ti­na­tio­na­len Un­ter­neh­men zu­sam­men. Dar­un­ter be­fin­den sich so pro­mi­nen­te Na­men wie der Schwei­zer Nah­rungs­mit­tel­rie­se Nest­lé oder der ame­ri­ka­ni­sche Phar­ma­kon­zern Merck.

Be­reits wird die Trock­nungs­tech­no­lo­gie von EnWa­ve auch in der Pra­xis ein­ge­setzt. Zur­zeit be­sitzt das Un­ter­neh­men sie­ben Li­zenz­ab­kom­men: mit CalSan Enterprises, dem gröss­ten Blau­bee­ren­pro­du­zen­ten in Ka­na­da, mit Mil­ne Fruit Pro­ducts, ei­nem füh­ren­den Frucht­ver­ar­bei­ter in den USA, mit ei­nem gros­sen nord­ame­ri­ka­ni­schen En­zym­pro­du­zen­ten, mit dem US-Fleisch­pro­du­zen­ten Hor­mel Foods, mit Bon­du­el­le, dem glo­ba­len Markt­füh­rer aus Frank­reich in der Ge­mü­se­pro­duk­ti­on, mit dem ka­li­for­ni­schen Kräu­ter- und Ge­würz­spe­zia­lis­ten Na­pa Moun­tain Spice Com­pa­ny so­wie mit Nu­traD­ried, ei­nem Un­ter­neh­men, das ge­trock­ne­te Kä­ses­nacks in den USA an­bie­tet.

EnWa­ves Ge­schäfts­mo­dell ruht auf drei Säu­len. Die ers­te sind der Ver­kauf und der Un­ter­halt von Trock­nungs­an­la­gen. Die zwei­te Säu­le ist die Aus­li­zen­zie­rung der Tech­no­lo­gie und da­mit ver­bun­den die Eta­b­lie­rung von Royal­ty­strö­men. Die drit­te Säu­le ist der Be­trieb von Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men wie Nu­traD­ried, die EnWa­ve (An­teil 51%) mit Lu­cid Ca­pi­tal (49%) ge­bil­det hat.

Im Ge­schäfts­jahr 2013 (per En­de Sep­tem­ber) er­wirt­schaf­te­te EnWa­ve so ei­nen Um­satz von 5,4 Mio. kan. $. 2015 sol­len ge­mäss Ana­lys­ten­schät­zun­gen be­reits Ein­nah­men von 24,9 Mio. kan. $ her­aus­schau­en. Das Un­ter­neh­men er­war­tet, in zwölf bis zwan­zig Mo­na­ten in die schwar­zen Zah­len zu kom­men. Ri­si­ko­aver­se An­le­ger hal­ten ihr Pul­ver bis dann noch tro­cken. Ri­si­ko­fä­hi­ge In­ves­to­ren stei­gen jetzt ein, da die Kom­mer­zia­li­sie­rung von EnWa­ves REV-Tech­no­lo­gie an Fahrt ge­winnt.

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