M&A-Fan­ta­sie treibt Kur­se auf Re­kord

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Ukrai­ne-Ängs­te zu­rück­ge­drängt – S&P 500 knab­bert an 1900 – Über­nah­me­of­fer­ten nach­ge­bes­sert

dass mit wei­te­ren klei­nen Fort­schrit­ten ge­rech­net wer­den darf. Ein Ak­ti­en­boom en­det meist in ei­nem Kli­ma all­ge­mei­ner Eu­pho­rie. Da­von kann in Wall­s­treet nicht die Re­de sein. In ein­zel­nen Sek­to­ren, wie zu­letzt im In­ter­net- und Bio­tech­be­reich ja, nicht aber am Ge­samt­markt. Wei­ter­hin gibt es Bran­chen und Ti­tel, et­wa in der Roh­stoff- und Ener­gie­wirt­schaft, die un­ter­be­wer­tet er­schei­nen und die Sek­tor­ro­ta­ti­on be­güns­ti­gen. Ein all­ge­mei­ner und bal­di­ger Aus­ver­kauf kün­digt sich vor die­sem Hin­ter­grund nicht an.

Aus­druck von mehr­heit­lich noch im­mer rea­lis­ti­schen Be­wer­tun­gen ist die re­ge Fu­si­ons- und Ak­qui­si­ti­ons­tä­tig­keit. Of­fer­ten wer­den ver­schie­dent­lich noch auf­ge­bes­sert, so von Va­leant Phar­maceu­ti­cals, de­ren 46-Mr.-$-An­ge­bot vom Kon­kur­ren­ten Al­ler­gan zu­rück­ge­wie­sen wur­de. Auch Pfi­zer wird nicht dar­an her­um­kom­men, den Kauf­preis für AstraZe­ne­ca aus Gross­bri­tan­ni­en zu ver­süs­sen. Ge­mäss Bloom­berg News soll die Of­fer­te leicht über dem bis­he­ri­gen Vor­schlag von 63 Mrd. £ lie­gen. Zu­dem dürf­te die Bar­mit­tel­kom­po­nen­te er­höht wer­den, die der­zeit 32% be­trägt. Pfi­zer-Chef Ian Re­ad stand am Di­ens­tag dem bri­ti­schen Par­la­ment Red und Ant­wort.

Die Bräu­te ma­chen sich rar, wäh­rend der Bräu­ti­gam – nicht nur Pfi­zer – vol­le Ta­schen be­sitzt und über ei­ne at­trak­ti­ve Ak­ti­en­wäh­rung ver­fügt. So hat­te der Net­to-Cash­flow der US-Un­ter­neh­men im drit­ten Quar­tal 2013 ein All­zeit­höchst von 2,28 Bio. $ er­reicht. En­de des vier­ten Quar­tals ver­zeich­ne­ten sie re­kord­ho­he Ge­win­ne von 1,9 Bio. $ oder 35% mehr als im bis­he­ri­gen Spit­zen­jahr 2006 mit 1,41 Bio. $.

Für Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen, um das or­ga­ni­sche Wachs­tum vor­an­zu­trei­ben, fehlt den Ma­nage­ments noch im­mer das Ver­trau­en in die wirt­schaft­li­che Zu­kunft. Sie an­geln sich lie­ber ei­nen Kon­kur­ren­ten und stei­gern so den Markt­an­teil. Es wür­de über­ra­schen, wenn nicht wei­te­re Un­ter­neh­men die- sen Weg ge­hen wür­den. An Spe­ku­la­tio­nen fehlt es je­den­falls nicht. Wie es im Markt heisst, steht

(36.57 $ am Mon­tag, +0,5% seit Don­ners­tag) kurz da­vor, ei­ne Kauf­of­fer­te für den Sa­tel­li­ten­fern­seh-An­bie­ter Di­rect TV (87.16 $, +2,4%) zu lan­cie­ren. Der Tele­com­rie­se soll be­reits sein, rund 50 Mrd. $ auf den Tisch zu le­gen, be­rich­tet das «Wall Street Jour­nal». In fort­ge­schrit­te­nen Fu­si­ons­ver­hand­lun­gen ste­hen be­reits die Ka­bel­be­trei­ber Com­cast (A-Ak­ti­en: 50.65$, –0,8%) und Time War­ner Ca­ble (138.14 $, –0,8%).

Der Ein­zel­han­dels­um­satz wuchs im April bruch­tei­lig um 0,1% nach ei­nem re­vi­dier­ten An­stieg 1,5% im März. Kon­sum­ak­ti­en hin­ken an der Bör­se hin­ten­nach. Der Kon­sum­sek­tor ist der ein­zi­ge un­ter den zehn gröss­ten Bran­chen­grup­pen im S&P 500-In­dex, der seit An­fang Jahr wei­ter­hin im Mi­nus liegt. Nach dem wet­ter­be­dingt schwa­chen Win­ter­ge­schäft muss sich erst wei­sen, ob die Kon­su­men­ten wie­der tie­fer in die Ta­sche grei­fen. Da­zu spielt auch die Ar­beits­markt­si­tua­ti­on ei­ne Rol­le, die sich ten­den­zi­ell auf­hellt. Auf ei­nen star­ken Pri­vat­kon­sum ist die US-Wirt­schaft an­ge­wie­sen, soll ihr Wachs­tum an frü­he­re Wer­te von 3% und mehr an­knüp­fen.

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