Po­si­ti­ver Ak­qui­si­ti­ons­ef­fekt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - SHAWN MA­TO,

Mit rund 1,2 Bio. $ liegt das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men von Fu­sio­nen und Über­nah­men (Mer­gers and Ac­qui­si­ti­ons, M&A) 2014 bis­her gut 40% über Vor­jahr und er­reicht fast wie­der das Vo­lu­men im ver­gleich­ba­ren Zei­t­raum des Vor­kri­sen­jah­res 2007 (1,4 Bio.). So­mit ha­ben Ban­ken jetzt schon Er­klä­rungs­be­darf, war­um die­ses Mal al­les an­ders ist.

Wäh­rend Händ­ler schon seit ei­ni­ger Zeit viel Geld ver­dien­ten, kön­nen nun auch Wan­del­an­lei­hen­in­ves­to­ren pro­fi­tie­ren. Nach Ak­ti­en sind es Wand­ler, die dank ih­res «Über­nah­me­schut­zes» am meis­ten vom boo­men­den M&A-Ge­schäft pro­fi­tie­ren.

In Eu­ro­pa wer­den Wandelanleihen mit ei­ner Sperr­klau­sel (Ra­chet) emit­tiert. Die­se spe­zi­fi­ziert die Um­wand­lungs­ra­te für den Fall ei­ner Über­nah­me und hat ei­nen Mul­ti­pli­ka­tor­ef­fekt auf das Ge­winn­po­ten­zi­al. In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und in Asi­en nut­zen Wandelanleihen M&A-Ta­bleaus, die ver­gleich­ba­re Ver­bes­se­run­gen in ei­ner vor­her de­fi­nier­ten Band­brei­te er­mög­li­chen.

Das Re­sul­tat ist in bei­den Fäl­len ähn­lich: Ei­ne Fu­si­on oder Über­nah­me er­höht die Um­wand­lungs­ra­te und ver­bes­ser­te die Ren­di­te. Die­se Mass­nah­men ge­hen auf das Jahr 2005 zu­rück, als der Markt noch von Hedge Funds do­mi­niert wur­de. Da­mals konn­ten In­ves­to­ren, die ei­ne Long-Po­si­ti­on bei der Wan­del­an­lei­he und ei­ne Short-Po­si­ti­on bei der un­ter­lie­gen­den Ak­tie ein­gin­gen, in ei­ne Si­tua­ti­on ge­ra­ten, in wel­cher sie bei Über­nah­men leer aus­gin­gen, da sie in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on kei­ne Kom­pen­sa­ti­on für den Zeit­wert ih­rer Op­ti­on er­hal­ten hät­ten. Mit Sperr­klau­seln bzw. der M&A-Ta­bleaus wur­de die­ses Pro­blem ge­löst, ob­wohl die Markt­be­deu­tung der Hedge Funds deut­lich ge­schrumpft ist. Ein zu­sätz­li­cher Nut­zen bleibt den­noch.

Als Fol­ge bie­ten vie­le Wandelanleihen wei­ter­hin Wert­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al im Fal­le ei­ner Än­de­rung der Be­sitz­ver­hält­nis­se des emit­tie­ren­den Un­ter­neh­mens. Die­ser Wert spie­gelt sich sel­ten im Preis von Wandelanleihen, da er nicht ein­ge­schätzt wer­den kann, so­lan­ge kein An­ge­bot ge­macht wur­de. Da rund 75% der Wand­ler von mitt­le­ren und klei­nen Fir­men plat­ziert wer­den – die wohl wich­tigs­te M&A-Ziel­grup­pe –, soll­ten auch 2015 die Wan­del­an­lei­hen­ren­di­ten noch stei­gen.

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