Goldpreis war­tet auf In­di­en

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - DA­NI­EL BRIESEMANN

Der Goldpreis han­delt schon seit et­wa sechs Wo­chen we­nig be­wegt um die Mar­ke von 1300 $ je Fein­un­ze. Da­bei gibt es durch­aus Fak­to­ren, die für hö­he­re Prei­se spre­chen. So sind zu­letzt die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen spür­bar ge­fal­len. Dies deu­tet auf nied­ri­ge­re US-Re­al­zin­sen und da­mit ge­rin­ge­re Kos­ten der Gold­hal­tung hin. Zu­letzt wa­ren da­her auch die kurz­fris­tig ori­en­tier­ten Fi­nanz­an­le­ger dem Goldpreis ge­gen­über wie­der op­ti­mis­ti­scher ge­stimmt und ha­ben ih­re Wet­ten auf stei­gen­de Prei­se aus­ge­baut.

Dem ent­ge­gen ste­hen aber Ab­flüs­se aus den Gold-ETF. Seit Quar­tals­be­ginn sind wie­der 38 Ton­nen Gold aus den ETF ab­ge­flos­sen, nach­dem die Ab­flüs­se im ers­ten Quar­tal ge­stoppt schie­nen. Auch fiel die phy­si­sche Gold­nach­fra­ge in den letz­ten Mo­na­ten eher ver­hal­ten aus, wie zum Bei­spiel aus den Münz­ver­käu­fen in den USA er­sicht­lich wird. Sie wa­ren bis­lang in je­dem Mo­nat 2014 nied­ri­ger als im Vor­jahr. In Chi­na la­gen die Gold­im­por­te im ers­ten Quar­tal da­ge­gen klar über dem Vor­jah­res­wert, ob­wohl die Gold­prei­se im Land teil­wei­se un­ter den Welt­markt­prei­sen no­tier­ten. Be­hält Chi­na das bis­he­ri­ge Tem­po der Gold­ein­fuh­ren bei, kann so­gar der Re­kord­wert aus dem Vor­jahr fast wie­der er­reicht wer­den. Ei­ne mög­li­chen Lo­cke­rung der Im­port­re­strik­tio­nen für Gold in In­di­en nach den dor­ti­gen Wah­len soll­te zu ei­ner ro­bus­ten Gold­nach­fra­ge im Jah­res­ver­lauf füh­ren, die sich schluss­end­lich wohl in hö­he­ren Prei­sen spie­geln wird.

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