Öl­markt re­agiert se­lek­tiv

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AKon­flikt mit Russ­land ist wich­ti­ger als Ukrai­ne – Ara­bi­ca-Preis fällt

n den Ener­gie­märk­ten herrsch­te in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che ein un­ein­heit­li­ches Bild. Die Span­nun­gen zwi­schen der Ukrai­ne und Russ­land be­ste­hen wei­ter­hin. Auf ei­ne pro­vo­zie­ren­de Mi­li­tär­pa­ra­de auf der Halb­in­sel Krim und das Un­ab­hän­gig­keits­re­fe­ren­dum in der Do­nezk-Re­gi­on re­agie­ren Öl-Fu­tures nur noch ge­ring. Die Markt­teil­neh­mer ver­fol­gen den­noch je­de Ver­schär­fung von Sank­tio­nen der EU und der USA ge­gen­über Russ­land.

Wenn zu­künf­ti­ge Sank­tio­nen ge­gen den rus­si­schen Öl- und Gas­sek­tor zie­len soll­ten, und nicht nur ge­gen Pri­vat­per­so­nen im Um­feld von Prä­si­dent Pu­tin, wür­de dies die Si­tua­ti­on fun­da­men­tal än­dern. Die Markt­teil­neh­mer dif­fe­ren­zie­ren aber seit län­ge­rem zwi­schen den eher un­wich­ti­gen Un­ru­hen in der Ukrai­ne und An­zei­chen ei­ner Ver­schär­fung des Kon­flikts mit Russ­land.

Aus­blei­ben­de Öl­ex­por­te aus Russ­land wür­den die Ri­si­ko­auf­schlä­ge be­son­ders für eu­ro­päi­sches Brent-Öl rasch an­stei­gen las­sen. Für den Fall der Fäl­le hat am Mon­tag der sau­di­sche Öl­mi­nis­ter be­reits an­ge­kün­digt, Eng­päs­se mit mehr sau­di­schem Öl ab­fe­dern zu wol­len. Brent hielt sich in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che in­ner­halb ei­ner Band­brei­te von 2 $. Zur Wo­chen­mit­te no­tier­te das Fass Brent noch knapp un­ter 107 $. Zum Wo­chen­schluss klet­ter­te der Kon­trakt kurz­zei­tig bis auf 109 $, schloss aber nur zu 107.97 $. Markt­teil­neh­mer hat­ten be­fürch­tet, dass auf das Re­fe­ren­dum im Os­ten der Ukrai­ne ei­ne Anne­xi­on der Re­gi­on durch Russ­land fol­gen wür­de. Dies wur­de aber am Mon­tag von Russ­land klar ver­neint. Bis Di­ens­tag­mit­tag no­tier­te Brent lust­los in der Band­brei­te der ver­gan­ge­nen Ta­ge.

Das­sel­be gilt für eu­ro­päi­sches Heiz­öl (Ga­soil-ICE), das seit En­de April um die Mar­ke von 900 $ je Ton­ne kon­so­li­diert. Am Di­ens­tag­mit­tag no­tier­te Ga­soil 907.50 $. Stüt­zend für den Preis wirk­te wei­ter­hin Li­by­en, wo die In­be­trieb­nah­me der Öl­fel­der und Öl­hä­fen von Pro­tes­tie­ren­den ver­zö­gert wird. Am Mon­tag ver­ein­bar­ten die Kon­flikt­par­tei­en of­fen­bar die Be­triebs­auf­nah­me ver­schie­de­ner Öl­fel­der – dar­un­ter dem zweit­gröss­ten Feld El Sa­ha­ra. Doch in der Ver­gan­gen­heit wur­den Markt­teil­neh­mer bei zu gros­sem Op­ti­mis­mus im­mer wie­der ge­straft.

Chart­tech­nisch schei­nen die Öl­märk­te kurz­fris­tig als über­ver­kauft, und das Kon­flikt­po­ten­zi­al mit Russ­land soll­te ei­nen wei­te­ren Preis­ab­sturz in nächs­ter Zeit ver­hin­dern. In den USA wird mit dem Me­mo­ri­al Day (26.5.) die Dri­ving-Sai­son er­öff­net, die zu mehr Treib­stoff­nach­fra­ge füh­ren soll­te.

Für die Agrar- und Ge­nuss­mit­tel­märk­te brach­ten die ver­gan­ge­nen Ta­ge ei­ne Ab­wärts­kor­rek­tur. Ara­bi­ca-Kaf­fee ver­lor ver­gan­ge­ne Woche mehr als 7% an Wert. Be­rich­te, wo­nach die Ern­ten in Bra­si­li­en doch nicht den schlimms­ten Er­war­tun­gen ent­spre­chen wür­den und ein Un­ter­schrei­ten der wich­ti­gen 50-Ta­ge-Durch­schnitts­li­nie führ­ten zu mar­kan­ten Li­qui­da­tio­nen. Am Mon­tag no­tier­te Ara­bi­ca-Kaf­fee mit 189.35 Cents/lb. auf ei­nem Ein­mo­nat­s­tief.

Die ers­ten Schät­zun­gen der US-Agrar­be­hör­de USDA für die Ern­te 2014/15 über­rasch­te kaum. Die Wei­zen­knapp­heit be­schränkt sich auf US-Win­ter­wei­zen. Das USDA rech­net welt­weit mit gu­ten Ern­ten in Wei­zen, Mais und So­ja. Spe­ku­lan­ten ver­ab­schie­de­ten sich in den letz­ten Ta­gen ver­mehrt aus ih­ren Po­si­tio­nen. Wei­zen no­tier­te am Mon­tag auf bis 7 $ je Bus­hel, so tief wie zu­letzt An­fang Mai. Der Mai­s­preis sank am Mon­tag auf knapp 5 $ je Bus­hel von 5.20 $ in der ver­gan­ge­nen Woche. Die Ver­spä­tung der Ern­te­aus­saat in den USA wur­de bis zum Wo­che­n­en­de kom­plett auf­ge­holt.

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