Zö­ger­li­cher Zins­an­stieg

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - TOM­MA­SO MANZIN

nen Be­schlüs­se der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) sind dar­in noch nicht ein­mal be­rück­sich­tigt. Ih­rem Ein­fluss kann sich die Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) nicht ent­zie­hen, so­lan­ge sie den Fran­ken-Eu­ro-Min­dest­kurs bei­be­hält.

EZB-Prä­si­dent Ma­rio Draghi hat­te an der Pres­se­kon­fe­renz An­fang Mai durch­bli­cken las­sen, im Ju­ni Mass­nah­men ge­gen die De­fla­ti­ons­ge­fah­ren in der Eu­ro­zo­ne zu be­schlies­sen. Al­lein die­se An­kün­di­gung hat­te Ren­di­ten und Wäh­rung im Eu­ro­raum pur­zeln las­sen. Die Lo­cke­rung der Geld­po­li­tik und die schwa­che Preis­ent­wick­lung in Eu­ro­pa spre­chen nicht für stei­gen­de Zin­sen.

Da­mit wird der An­la­ge­druck auf Im­mo­bi­li­en­in­vest­ments in der Schweiz wo­mög­lich lan­ge hoch blei­ben. Wie die jüngs­ten In­di­ka­to­ren zei­gen, hat sich die Preis­ent­wick­lung am Schwei­zer Markt für Wohn­im­mo­bi­li­en zwar be­ru­higt, doch der Markt ist noch im­mer über­hitzt. Ge­mes­sen am UBS Swiss Re­al Esta­te Bub­b­le In­dex ist das Kor­rek­tur­po­ten­zi­al nach wie vor er­heb­lich, und das Ri­si­ko für die Schwei­zer Volks­wirt­schaft bleibt so­mit hoch (vgl. Sei­te 23).

Doch wie ge­sagt: Ir­gend­wann stei­gen die Zin­sen. Und die Fi­nan­zie­rung der Im­mo­bi­li­en könn­te dann das kleins­te Pro­blem sein. Denn durch die fi­xen lang­fris­ti­ge Hy­po­the­ken sind vie­le Kre­dit­neh­mer vor­über­ge­hend ge­schützt. Auf dem Prüf­stand steht dann aber, wie nach­hal­tig die der­zei­ti­ge Nach­fra­ge am Im­mo­bi­li­en­markt ist, wenn an­de­re An­la­ge­klas­sen In­ves­to­ren wie­der an­zu­zie­hen ver­mö­gen.

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