«Das ist ein Spiel mit dem Feu­er»

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

träch­ti­gen und da­mit die ge­sam­te Wirt­schaft tan­gie­ren. Wenn man das Fi­nanz­sys­tem ei­nem sol­chen Ri­si­ko aus­setzt, fragt sich, ob aus der Kri­se um Leh­man Bro­thers nichts ge­lernt wur­de. Ob­wohl wir lie­ber das Ge­gen­teil glau­ben möch­ten, sind Ban­ken im­mer noch sehr eng mit­ein­an­der ver­netzt. Ver­trau­en in ein Fi­nanz­in­sti­tut schwin­det. Mög­lich­kei­ten, ei­ne Bank zu be­stra­fen, gibt es ge­nug. Bei ei­ner An­kla­ge wird je­doch ris­kiert, dass das Ver­trau­en be­schä­digt wird. Wie schnell das pas­sie­ren kann, hat sich in der Ver­gan­gen­heit im­mer wie­der ge­zeigt. Von Il­li­nois Con­ti­nen­tal über Dr­ex­el Burn­ham bis hin zu Be­ar Stearns und Leh­man Bro­thers: Auf je­de die­ser Ban­ken kam es zum Run, als das Ver­trau­en weg­fiel. Als Schatz­meis­ter von Mor­gan St­an­ley ha­be ich haut­nah er­lebt, was sich ab­spielt, wenn die Märk­te un­ter Stress ge­ra­ten: Beim Bör­sen­crash von 1997 hat­ten wir in ei­nem ein­zi­gen Tag 20% un­se­rer Fi­nan­zie­rungs­ba­sis ver­lo­ren. Das macht deut­lich wie, schnell die li­qui­den Mit­tel ei­ner Bank ver­puf­fen kön­nen. Sie muss sich am Markt lau­fend re­fi­nan­zie­ren – wie ein Jon­gleur, der nie ei­nen Ball fal­len las­sen darf. Im glimpf­lichs­ten Fall hat ei­ne Straf­an­kla­ge ge­gen Cre­dit Suis­se le­dig­lich ei­ne Ver­teue­rung der Fi­nan­zie­rungs­kos­ten zur Fol­ge. Es kann aber auch pas­sie­ren, dass der ge­sam­te Kreis­lauf ins Sto­cken kommt.

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