BSI könn­te an Pac­tu­al ge­hen

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - MH

BTG Pac­tu­al, die In­vest­ment­bank und As­set-Ma­nage­ment-Ge­sell­schaft des schwer­rei­chen Ban­kers And­re Es­t­e­ves, könn­te BSI kau­fen. Wie der ita­lie­ni­sche Ver­si­che­rer Ge­ne­ra­li, zu dem die BSI ge­hört, mit­teil­te, wur­den ex­klu­si­ve Ver­kaufs­ge­sprä­che ver­ein­bart. Mit BSI wür­de nach Sa­ra­sin ei­ne wei­te­re der gröss­ten Schwei­zer Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ban­ken un­ter die Kon­trol­le ei­nes la­tein­ame­ri­ka­ni­schen In­sti­tuts ge­ra­ten.

Es­t­e­ves ist in der Schweiz kein Un­be­kann­ter. 2006 ver­kauf­te er Pac­tu­al für über 3 Mrd. Fr. an die UBS – und ver­dien­te da­bei selbst rund 1 Mrd. Fr. 2009 konn­te der das In­sti­tut mit Ab­schlag zu­rück­kau­fen, weil die UBS der­art in Ka­pi­talnö­te ge­ra­ten war. Seit­her hat sich der Wert der BTG Pac­tu­al ver­viel­facht. Für BTG Pac­tu­al wür­de die In­te­gra­ti­on so­wohl des Schwei­zer wie des asia­ti­schen Ge­schäfts der BSI ei­ne Di­ver­si­fi­ka­ti­on be­deu­ten, und zwar geo­gra­fisch wie auch in Rich­tung ge­büh­ren- statt trans­ak­ti­ons­ori­en­tier­tes Ge­schäft.

2013 hat die Bank den rest­li­chen Good­will aus dem Kauf der Ban­ca der Got­tar­do – 700 Mio. Fr. – ab­ge­schrie­ben, was wohl den Weg für ei­nen Ver­kauf eb­ne­te. 2012 be­trug das Ei­gen­ka­pi­tal der BSI rund 2,4 Mrd. Fr. So viel hoff­te Ge­ne­ra­li ur­sprüng­lich zu lö­sen. Al­ler­dings konn­te wäh­rend der letz­ten zwei Jah­re we­der ein Ver­kauf noch ein Bör­sen­gang rea­li­siert wer­den – und das Ma­nage­ment wehr­te sich ve­he­ment ge­gen ei­ne Auf­tei­lung der Bank.

Das ma­te­ri­el­le Ei­gen­ka­pi­tal der BSI be­läuft sich nun noch auf gut 1,7 Mrd. Fr., zu die­sem Be­trag steht sie auch in den Bü­chern der Ge­ne­ra­li. Be­ob­ach­ter spe­ku­lie­ren al­ler­dings, dass der er­ziel­ba­re Ver­kaufs­preis noch tie­fer lie­gen wird. BSI steht seit Jah­ren zum Ver­kauf. An­ge­sichts des­sen er­wie­sen sich ih­re Ge­schäf­te als er­staun­lich ro­bust.

BSI wirkt mit ih­ren 89 Mrd. Fr. Ver­mö­gen auf den ers­ten Blick at­trak­tiv. Doch bis zu ei­nem Vier­tel der As­sets stammt aus Ita­li­en, ein be­deu­ten­der Teil da­von dürf­te un­ver­steu­ert sein, was den Wert die­ser As­sets min­dert. Um­strit­ten ist das um­fang­rei­che Asi­en­ge­schäft der BSI. Man­che Ban­ker hal­ten es für ei­ne zu­kunfts­ge­rich­te­te Ein­heit, an­de­re wei­sen auf nicht nach­hal­ti­ge Kos­ten­struk­tu­ren hin.

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