Ar­thur Mel­vin Okun

Finanz und Wirtschaft - - SERIE: BERÜHMTE THEOREME - AN

(* 28. No­vem­ber 1928 in New Jer­sey † 23. März 1980 in Wa­shing­ton) Ar­thur Mel­vin Okun wur­de 1928 in New Jer­sey ge­bo­ren. Er stu­dier­te an der Co­lum­bia Uni­ver­si­tät in New York. Paul Sa­mu­el­son schrieb ein­mal, dass Okun dort, dank sei­nem Leh­rer Ar­thur Burns, je­ne Aus­bil­dung er­hielt, die es im spä­ter er­mög­lich­te, keyne­sia­ni­sche Er­kennt­nis­se mit den auf­tau­chen­den neu­en Rea­li­tä­ten kon­struk­tiv zu ver­ei­nen. In den Fünf­zi­ger­jah­ren wech­sel­te er als Do­zent an die Uni­ver­si­tät Ya­le.

Nach dem Amts­an­tritt John F. Ken­ne­dys als US-Prä­si­dent 1961 nahm er zu­sam­men mit sei­nem Kol­le­gen aus Ya­le und lang­jäh­ri­gem Freund, Ja­mes To­bin, die Ein­la­dung zu ei­nem For­schungs­auf­ent­halt im Coun­cil of Eco­no­mic Ad­vi­sors (CEA) des Prä­si­den­ten wahr. Er dau­er­te bis 1962. In die­ser Zeit ent­stand die Un­ter­su­chung in der das Okunsche Ge­setz for­mu­liert wur­de.

Nach der Er­nen­nung zum Pro­fes­sor in Ya­le kehr­te er 1964 als Voll­mit­glied in den CEA zu­rück. Er stand hin­ter der Steu­er­sen­kung, mit der Prä­si­dent Lyn­don B. John­son die Wirt­schafts­po­li­tik der JFK-Ära ab­run­de­te. 1968/69 am­tier­te Okun als CEA-Vor­sit­zen­der und war John­sons Chef­be­ra­ter.

Nach des­sen Ab­wahl blieb Okun in der Lan­des­haupt­stadt. Bis zu sei­nem Tod wirk­te er an der Hoch­burg für Po­li­tik­be­ra­tung, der Broo­kings In­sti­tu­ti­on. Er forsch­te, kom­men­tier­te, pu­bli­zier­te. In «Equa­li­ty and Ef­fi­ci­en­cy» such­te er nach der op­ti­ma­len Ba­lan­ce zwi­schen so­zia­ler Bes­ser­stel­lung und wirt­schaft­li­cher Ef­fi­zi­enz. Sei­ne Vor­lie­be für ei­ne an­schau­li­che Auf­be­rei­tung von Wirt­schafts­zah­len, die ihm den Ruhm ei­nes nach ihm be­nann­ten Theo­rems ein­ge­bracht hat­te, wie­der­hol­te er in den Sieb­zi­ger­jah­ren mit dem Dis­com­fort In­dex. Er er­freut sich noch heu­te als Mi­se­ry In­dex in­ter­na­tio­na­ler Po­pu­la­ri­tät. In ihm wer­den die Ar­beits­lo­sen­ra­te und die In­fla­ti­on ei­nes Lan­des ad­diert, um das wirt­schaft­li­che Elend in ei­ner Ge­sell­schaft zu quan­ti­fi­zie­ren.

Un­ver­ges­sen sind sei­ne öko­no­mi­sche Bon­mots: Vom un­dich­ten Ei­mer («Le­aky Bu­cket»), der den Ver­lust an öko­no­mi­scher Ef­fi­zi­enz bei der Ver­fol­gung so­zi­al­po­li­ti­scher Pro­gram­me ver­an­schau­licht. Bis zum «In­vi­si­ble Hand­shake», dem im­pli­zi­ten Ver­trag zwi­schen Ar­beit­ge­bern und -neh­mern als Ele­ment in der Lohn-Preis-Spi­ra­le.

Okun starb früh. Er er­lag im Al­ter von 51 Jah­ren ei­nem Herz­ver­sa­gen.

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