Di­en Bi­en Phu

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

1973 wur­de in Pa­ris das Waf­fen­still­stands­ab­kom­men un­ter­zeich­net, das den Weg zum Frie­den in Viet­nam eb­ne­te – und zur Ver­ei­ni­gung un­ter Ha­nois Füh­rung. Da­mals soll, so geht die Le­gen­de, ein nord­viet­na­me­si­scher Ver­tre­ter ei­nen Ame­ri­ka­ner ge­fragt ha­ben, wes­halb die USA sich we­gen Viet­nam

ei­gent­lich der­art in Un­kos­ten ge­stürzt hät­ten. Um zu ver­hin­dern, dass Viet­nam ein Va­sall Rot­chi­nas wer­de, ant­wor­te­te der Ame­ri­ka­ner. Wor­auf der Viet­na­me­se ex­plo­dier­te: Ob denn in Wa­shing­ton nie ei­ner Ge­schichts­bü­cher le­se? Viet­nams His­to­rie sei die ste­te Ab­wehr des He­ge­mo­nen Chi­na. Und al­ler an­de­ren frem­den Mäch­te auch: Die­se Ma­ri­ne­po­li­zis­ten pa­ra­dier­ten jüngst zur Fei­er des Siegs ih­rer Opas über die Fran­zo­sen in Di­en Bi­en Phu, vor sech­zig Jah­ren. Chi­na ist zwar der weit­aus gröss­te Han­dels­part­ner Viet­nams, aber was die Si­cher­heit be­trifft, lehnt sich das Re­gime lie­ber an den ehe­ma­li­gen Feind USA an. Im Früh­jahr 1979 hat­te sich Pe­kings «Volks­be­frei­ungs­ar­mee» auf den Nach­barn ge­stürzt, doch der Feld­zug en­de­te nach ein paar Wo­chen mit ei­nem Patt. Schon da­mals wei­ger­te sich Ha­noi, Chi­nas An­sprü­che auf die Spr­at­ly- und Pa­ra­celin­seln an­zu­er­ken­nen. Dar­an hat sich nichts ge­än­dert, wie so oft in der Ge­schich­te.

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