Der Lu­xus brach­te ihm kein Glück

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - GH

Seit er in die Welt der Lu­xus­mar­ken ein­ge­stie­gen ist, steht der 42-jäh­ri­ge Phil­ip­pe Gay­doul als Verlierer da. Da­bei ge­hör­te er einst als Den­ner-Chef zu den er­folg­reichs­ten Ma­na­gern der Schweiz. Doch nun schrei­ben die ed­len De­tail­han­dels­be­tei­li­gun­gen der Gay­dou­lG­rup­pe Rot, ei­nen Mil­lio­nen­ver­lust, sa­gen In­si­der. Das Un­ter­neh­men gibt kei­ne Zah­len be­kannt. Gay­doul hat die Not­brem­se ge­zo­gen. Vor kur­zem hat er die Uh­ren­mar­ke Han­hart ver­kauft. Der­zeit re­du­ziert er die Zahl der Jet-Set­und der Fo­gal-Fi­lia­len, wie die Grup­pe ei­ne «Bi­lanz»-Mel­dung be­stä­tigt.

Gay­douls Ruf hat ge­lit­ten. Das schmerzt ihn be­son­ders, da ihm sein Image sehr wich­tig ist. 2007 hat er den Dis­coun­ter Den­ner an Mi­gros ver­kauft. Rund 1 Mrd. Fr. spül­te die­ser Ver­kauf in die Ta­schen der Schwe­ri-Er­ben. Gay­doul ak­qui­rier­te als Ers­tes die Schuh­mar­ke Na­vy­boot, ver­such­te sie in das Lu­xus­seg­ment zu ka­ta­pul­tie­ren und ze­le­brier­te mit Freund und For­mel-1Welt­meis­ter Micha­el Schu­ma­cher als Wer­be­trä­ger auf­wen­di­ge Events in den Me­tro­po­len der Welt. Ver­geb­lich. Der Lu­xus­t­raum zer­platz­te. Die Mar­ke wur­de wie­der im mitt­le­ren Preis­seg­ment po­si­tio­niert. Erst En­de 2015 soll Na­vy­boot in die Ge­winn­zo­ne fah­ren.

Nach Na­vy­boot kauf­te er die ed­le Strumpf­mar­ke Fo­gal, die Uh­ren­mar­ke Han­hart und das Ski­be­klei­dungs­la­bel Jet Set. Auch mit die­sen Lu­xus­mar­ken hat­te er kei­nen Er­folg. Der Aus­bau von Fo­gal zum Ober­be­klei­dungs­un­ter­neh­men wur­de ge­stoppt. Ma­na­ger ga­ben sich die Tür­klin­ke in die Hand. Gay­douls Hau­ruck­me­tho­den sind in die­ser Bran­che ver­pönt. Lu­xus- und Fa­shion­la­bels funk­tio­nie­ren eben an­ders als der Dis­count mit Hörn­li und Bil­lig­bier, in dem Gay­doul gross ge­wor­den ist und die har­te Schu­le sei­nes Gross­va­ters Karl Schwe­ri ge­nos­sen hat. Be­reits als Ju­gend­li­cher räum­te er Kon­ser­ven in die Ver­kaufs­re­ga­le. Mit 26 Jah­ren er­nann­te ihn sein Gross­va­ter zum Chef von Den­ner. Mit klei­nem Schul­sack, Han­dels­di­plom und KV-Leh­re, wur­de er un­ter­schätzt. Es ge­lang ihm, die schmud­de­li­gen Fi­lia­len zu ent­rüm­peln, das Sor­ti­ment zu er­wei­tern und den Lä­den ein fri­sches Aus­se­hen zu ver­pas­sen. Den­ner wuchs zum pro­fi­ta­blen Drei­mil­li­ar­den­kon­zern.

Gay­doul kann sich Ver­lus­te leis­ten, ge­hö­ren zur Grup­pe doch auch Im­mo­bi­li­en, wie das Franz-Carl-We­ber-Haus an der Zürcher Bahn­hof­stras­se. Ihr Wert wird auf gut 300 Mio. Fr. ge­schätzt. Mit 9,5% ist Gay­doul auch an der Neu­en Hel­ve­ti­schen Bank be­tei­ligt und ist Be­sit­zer und Prä­si­dent des Eis­ho­ckey­clubs Klo­ten Fly­ers. Der Früh­auf­ste­her gibt nicht schnell auf. Er hat bei Den­ner das Kämp­fen ge­lernt.

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