Mey­er Bur­ger und Ge­be­rit

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

In den ver­gan­ge­nen zwei­ein­halb Mo­na­ten ha­ben Mey­er Bur­ger 46% an Wert ein­ge­büsst. Selbst­ver­ständ­lich ist es Un­sinn, an­zu­neh­men, dass al­les, was Mey­er Bur­ger be­sitzt und pro­du­ziert, jetzt nur noch halb so viel wert sei. Es war im Fe­bru­ar und März bloss die Ein­schät­zung ei­ni­ger In­ves­to­ren, die zu wa­ge­mu­tig war. Kur­se wer­den nicht durch Fak­ten ge­macht, son­dern durch Spe­ku­la­tio­nen über die Zu­kunft. Die­se kön­nen sich än­dern.

Vor­stu­fe des Um­schwungs

Mey­er Bur­ger ha­ben über die letz­ten drei Wo­chen ei­ne Fal­ling Wedge aus­ge­bil­det. Die­se Struk­tur ist nach stark emo­tio­nal ge­trie­be­nen Markt­be­we­gun­gen oft an­zu­tref­fen. Sie si­gna­li­siert, dass der Ba­sis­t­rend schon ziem­lich weit ge­lau­fen und in nicht all­zu fer­ner Zu­kunft so­gar mit ei­nem Rich­tungs­wech­sel zu rech­nen ist. Sehr oft läuft die­ser nach fol­gen­dem Sche­ma ab: Zu­erst hält der Ab­wärts­trend an, flat­tert aber im- mer stär­ker, bis zu ei­nem be­stimm­ten Mo­ment die Keil­struk­tur zur Aus­lö­sung kommt. In we­sent­lich stei­le­rem Win­kel ge­hen die Kur­se dann nach oben.

An der Bör­se zäh­len nicht nur Kurs­ge­win­ne oder -ver­lus­te, son­dern auch das Zei­t­er­leb­nis. Die meis­ten In­ves­to­ren füh­len sich im­mer noch gut po­si­tio­niert, wenn sie zwar 10% ein­ge­büsst, spä­ter aber über fünf Pe­ri­oden je­weils 1% ge­won­nen ha­ben. Das ist der Grund, wes­halb sich Trends er­ge­ben, die aber nicht zwangs­läu­fig zu Kurs­ge­win­nen füh­ren. Es kommt dar­auf an, wel­che Qua­li­tä­ten der Trend be­sitzt.

Bei Mey­er Bur­ger ha­ben wir es zur­zeit mit aus­ge­spro­chen kurz­fris­ti­gen Trends zu tun, wäh­rend der mit­tel- bis lang­fris­ti­ge Trend auf den Kurs fast nicht wirkt. Der Dreimo­nats-Trend steht vor dem En­de. Kurz­fris­tig könn­ten sich die Kur­se in­ner­halb der Wedge noch bis et­wa 9.00/9.50 Fr. be­we­gen, dann soll­te die Ent­wick­lung um­schla­gen. In der Fol­ge ist ei­ne eben­so wuch­ti­ge, aber auch kurz­fris­ti­ge Auf­wärts­be­we­gung zu er­war­ten.

Bei Ge­be­rit an­ders­her­um

Ge­be­rit sind seit Au­gust im Auf­wärts­trend. Weil ihn je­der se­hen kann, ha­ben wir ihn nicht ein­ge­zeich­net. Uns in­ter­es­siert, was sich da­hin­ter tut. Da sind die Zy­klus­in­di­ka­to­ren in­ter­es­san­ter. Die jüngst ent­stan­de­ne Di­ver­genz zeigt, dass dem Auf­wärts­trend die Pus­te aus­geht. An­le­ger, die vor vier Mo­na­ten kauf­ten, kön­nen es be­stä­ti­gen. Die Po­si­ti­on ist nur schwach im Plus, mit ei­nem Hin und Her von +/–9%. Das rührt da­her, dass der seit Au­gust ak­ti­ve Ba­sis­t­rend in die Tran­si­ti­ons­pha­se ein­ge­tre­ten ist.

Wäh­rend der nächs­ten Wo­chen wer­den die kurz- bis mit­tel­fris­ti­gen Schwan­kun­gen zu­neh­men. Da­bei könn­te im bes­ten Fall so­gar noch­mals ein neu­es Hoch er­reicht wer­den. Die Ak­ti­en kom­men nun in den Tra­ding­mo­dus, der für län­ger­fris­ti­ge In­ves­to­ren aber mehr läs­tig ist als nütz­lich. Für sie rückt in den nächs­ten zwei Mo­na­ten der Zeit­punkt zum Aus­stieg nä­her– be­vor es zum grund­le­gen­den Rich­tungs­wech­sel in den Ti­teln kommt. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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