Klot­zen statt Kle­ckern für Über­nah­men

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AT&T zahlt für Di­rec­tTV 50 Mrd. $ – Pfi­zers 117 Mrd. $ rei­zen Bri­ten nicht – Hol­lan­de will von GE mehr

Für Kurs­be­we­gun­gen sorgt das Über­nah­me­ka­rus­sell aber al­le­mal, zu­mal, was nicht oft vor­kommt, in den letz­ten Ta­gen kei­ne Wirt­schafts­da­ten fäl­lig wa­ren. Die In­di­zes ver­än­der­ten sich we­nig. Wäh­rend der Dow Jo­nes In­dus­tri­al bis Di­ens­tag­vor­mit­tag nur ge­ring­fü­gig nach­gab (0,1%), stei­ger­te sich der S&P 500 um 0,3%.

Deut­li­cher setz­te sich der Nas­daq Com­po­si­te dank ei­ner Ge­gen­be­we­gung im Bio­tech- und im IT-Sek­tor per sal­do mit +0,5% auf 4112 in Sze­ne – ein Hin­weis, dass In­ves­to­ren wei­ter­hin zu ge­wis­sen Ri­si­ken be­reit sind. Das Ih­re trägt da­zu die An­la­ge­not bei, die im Licht der letz­te Woche noch­mals un­er­war­tet ge­sun­ke­nen Bond­ren­di­ten nicht klei­ner ge­wor­den ist. Das Geld bleibt im Ak­ti­en­markt, wo es die Bran­chen­ro­ta­ti­on auf­recht­er­hält, wie die Er­ho­lung der Bio­tech- und der IT-Wer­te zeigt.

Auf der Ma­kro­ebe­ne in­ter­es­siert das Pro­to­koll der letz­ten Fed-Sit­zung, das die­se Woche öf­fent­lich wird. Seit dem Zins­ent­scheid des Fed En­de April gab es kaum noch Äus­se­run­gen der Geld­hü­ter. Die De­kaBank geht da­von aus, dass die Mei­nungs­un­ter­schie­de in­ner­halb des Of­fen­markt­aus­schus­ses über den wei­te­ren Zins­pfad grös­ser ge­wor­den sind. Kon­sens am Markt ist ei­ne ers­te Zins­er­hö­hung im No­vem­ber 2015. «Mög­li­cher­wei­se fin­den sich hier­zu In­for­ma­tio­nen im Pro­to­koll», meint die De­kaBank.

Ei­nen Korb aus Gross­bri­tan­ni­en gab’s trotz auf­ge­bes­ser­ter Of­fer­te für Pfi­zer. Die um­wor­be­ne AstraZe­ne­ca ver­schmäht auch das ver­süss­te An­ge­bot von rund 117 Mrd. $. Pfi­zer be­zeich­net die Of­fer­te als end­gül­tig und schliesst ei­ne feind­li­che Über­nah­me aus. Die Ame­ri­ka­ner reiz­te aus­ser der Ver­stär­kung im lu­kra­ti­ven Sek­tor der Krebs­me­di­ka­men­te auch der güns­ti­ge­re aus­län­di­sche Steu­er­sitz. Die Steu­ern zu op­ti­mie­ren, hat sich der Kon­zern kaum aus dem Kopf ge­schla­gen und wird auf dem al­ten Kon­ti­nent wohl wei­ter son­die­ren. Ei­ne un­wahr­schein­li- che Op­ti­on ist Sa­no­fi. Am Bei­spiel Ge­ne­ral Electric ist ein­mal mehr zu be­ob­ach­ten, wie schwie­rig ein Zu­sam­men­ge­hen mit ei­nem fran­zö­si­schen Un­ter­neh­men ist.

Im­mer­hin hat Frank­reichs Staats­prä­si­dent François Hol­lan­de mit der Be­mer­kung, Al­st­oms Ener­gie­spar­te sei mehr wert als die von Ge­ne­ral Electric ge­bo­te­nen 12,35 Mrd. €, durch­bli­cken las­sen, dass er ei­nen Ver­kauf ins Aus­land nicht mehr a prio­ri aus­schliesst. Hol­lan­des For­de­rung nach mehr steht al­ler­dings kon­trär zu sei­ner Po­li­tik, die ein­hei­mi­schen Ar­beits­plät­ze zu schüt­zen.

Mit gros­sem Ge­schütz fährt AT&T zum Kauf des füh­ren­den Pay-TV-Sen­ders Di­recTV auf. Ge­bo­ten wer­den knapp 50 Mrd. $. Das ver­gleicht sich mit 45 Mrd. $, die der Ka­bel­rie­se Com­cast für Time War­ner Ca­ble of­fe­riert. Über schnel­le In­ter­net­ver­bin­dun­gen ein Ma­xi­mum an In­halt zu bie­ten, ist die Ab­sicht der bei­den Bie­ter.

Ge­mischt ist das Bild der Quar­tals­be­rich­te: Wäh­rend Bü­ro­ar­ti­kel­händ­ler Stap­les und Mo­de­haus Ur­ban Out­fit­ters die Er­war­tun­gen ver­fehl­ten, trumpf­te Bau­markt­pri­mus Ho­me De­pot trotz des har­ten Win­ters mit ei­nem Um­satz- und Ge­winn­wachs­tum von 3 re­spek­ti­ve 13% auf.

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