Kos­ten stei­gen

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Krebs­the­ra­pi­en sind für die Phar­ma­un­ter­neh­men ein gu­tes Ge­schäft. Sie ma­chen mitt­ler­wei­le mehr als 30% al­ler Ent­wick­lun­gen neu­er Wirk­stof­fe in der präk­li­ni­schen For­schung und kli­ni­schen Pha­se I aus, wie das IMS In­sti­tut für Ge­sund­heits­in­for­ma­tik be­rech­net hat.

Welt­weit stei­gen die Aus­ga­ben für Krebs­me­di­ka­men­te. 2013 be­lie­fen sie sich schon auf 91 Mrd. $. Im Jahr 2008 wa­ren es 71 Mrd. und vor zehn Jah­ren erst 37 Mrd. $. Das Wachs­tum se­hen die Ana­lys­ten von IMS vor al­lem in den ent­wi­ckel­ten Län­dern (vgl. Gra­fik un­ten). Hier könn­te der Ver­kauf in der On­ko­lo­gie bis 2017 zwi­schen 74 und 84 Mrd. $ lie­gen. Die Schwel­len­län­der ho­len auf. Sie könn­ten 2017 zwi­schen 17 und 20 Mrd. $ für Krebs­be­hand­lun­gen auf­wen­den. Für kein an­de­res The­ra­pie­ge­biet wird mehr aus­ge­ge­ben. Gröss­ter Ab­satz­markt sind die USA, auf die 41% des ge­sam­ten Um­sat­zes mit Krebs­me­di­ka­men­ten ent­fal­len.

In Ame­ri­ka sind auch die Kos­ten für ei­ne Krebs­the­ra­pie am höchs­ten. Im Durch­schnitt kos­tet ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat pro Mo­nat 10 000 $. In den wich­tigs­ten eu­ro­päi­schen Märk­ten lie­gen die Prei­se un­ter an­de­rem we­gen Zwangs­ra­bat­ten um 20 bis 40% un­ter den US-Prei­sen. Neue, ziel­ge­rich­te­te The­ra­pi­en, die nur bei klei­nen, durch Bio­mar­ker iden­ti­fi­zier­ten Pa­ti­en­ten­grup­pen wir­ken, trei­ben die Prei­se für ein­zel­ne Prä­pa­ra­te. Die neu­en Be­hand­lun­gen, schätzt IMS, er­brin­gen in der Re­gel zwei bis sechs Mo­na­te mehr Ge­samt­über­le­bens­dau­er. Die­se Ent­wick­lun­gen trei­ben die gros­sen Phar­ma­gesell­schaf­ten in die Spe­zia­li­sie­rung. Port­fo­li­o­ber­ei­ni­gun­gen wie im Fall von No­var­tis, die das Impf­ge­schäft ver­kauft und die On­ko­lo­gie durch Zu­kauf stärkt, wer­den künf­tig häu­fi­ger zu se­hen sein.

Für die Per­for­mance der meis­ten Phar­ma- und Bio­tech-Ak­ti­en dürf­te die dies­jäh­ri­ge Asco kaum di­rek­te Aus­wir­kun­gen ha­ben. Vie­les ist in den Kur­sen schon vor­weg­ge­nom­men. Deut­lich wird aber, dass Ro­che, die in die­sem Jahr 320 Ab­stracts prä­sen­tiert und mehr als vier­zig münd­li­che Vor­trä­ge an­ge­kün­digt hat, ih­ren Vor­sprung als Num­mer eins in der On­ko­lo­gie (Markt­an­teil 35%) wei­ter aus­bau­en wird. No­var­tis als Num­mer zwei (Markt­an­teil 12%) ent­täuscht eher.

Auf­wärts­po­ten­zi­al gibt es da­ge­gen für AstraZe­ne­ca, Merck und BMS, de­ren An­tei­le am On­ko­lo­gie­markt bis­her klein sind. Sie ver­mö­gen sich durch Ko­ope­ra­tio­nen im­mer bes­ser zu po­si­tio­nie­ren.

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