Der Er­folg der Phar­ma­bran­che ent­scheid

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten bil­den mit ih­rem rie­si­gen Markt­po­ten­zi­al für die Phar­ma­bran­che das Rück­grat. Nicht al­le An­bie­ter sind je­doch gleic

Finanz und Wirtschaft - - ANLAGEUNIVERSU - MICHA­EL GRIESDORF

Die Ge­sund­heits­bran­che kommt um die USA nicht her­um. Mit ei­nem An­teil von 34% der welt­wei­ten Arz­nei­mit­tel­kos­ten ge­ben die Ein­woh­ner der Ver­ei­nig­ten Staa­ten so viel Geld für Heil­mit­tel aus wie in kei­nem an­de­ren Land. Über 300 Mrd. $ zah­len sie jähr­lich für Me­di­ka­men­te. Auch bei den Pro-KopfAus­ga­ben ste­hen die USA an ers­ter Stel­le. Für al­le Ge­sund­heits­aus­ga­ben zah­len die Ame­ri­ka­ner jähr­lich 17% des BIP.

Den­noch sind in den USA noch längst nicht al­le Ein­woh­ner bei ei­ner Kran­ken­kas­se un­ter Ver­trag. En­de letz­tes Jahr leb­ten rund 43 Mio. Ame­ri­ka­ner oh­ne ei­ne ent­spre­chen­de Ver­si­che­rung. US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma hat des­halb den Pro­tec­tion and Af­for­da­ble Ca­re Act – im Volks­mund Oba­ma­ca­re – ins Le­ben ge­ru­fen. Das Ziel ist, dass mit we­ni­gen Aus­nah- men al­le Bür­ger über ei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung ver­fü­gen. Trotz gros­sem Zit­tern ist es ge­lun­gen, die Zie­le für 2014 zu er­rei­chen. Bis En­de März ha­ben sich 7 Mio. Men­schen bei ei­ner Kran­ken­ver­si­che­rung ein­ge­schrie­ben. Die Re­form sorgt al­ler­dings im­mer noch für ro­te Köp­fe in der Po­li­tik (vgl. Ar­ti­kel un­ten).

Kos­ten Pa­ro­li bie­ten

Zu den in den USA am wei­tes­ten ver­brei­te­ten Krank­hei­ten ge­hö­ren Herz­krank­hei­ten und Dia­be­tes. Hin­zu kom­men der in al­len In­dus­trie­län­dern weit ver­brei­te­te Krebs wie auch rheu­ma­to­ide Ar­thri­tis. Mit zu­neh­men­dem Al­ter der Be­völ­ke­rung dürf­ten die­se Krank­hei­ten zu­sam­men mit Alz­hei­mer noch zu­neh­men. Das stellt Po­li­tik und Ver­si­che­run­gen vor neue Pro­ble­me. Sie müs­sen den im­mer hö­he­ren Ge­sund­heits­kos­ten Pa­ro­li bie­ten. In die Hän­de spielt ih­nen die Pa­tent­klip­pe, mit der der­zeit vie­le Phar­ma­kon­zer­ne kämp­fen. Deut­lich kos­ten­güns­ti­ge­re Ge­ne­ri­ka wer­den bei­spiels­wei­se bald die Me­di­ka­men­te Cym­bal­ta ge­gen De­pres­sio­nen (Um­satz 2013: 5,1 Mrd. $) von Eli Lil­ly so­wie Abi­li­fy ge­gen Psy­cho­sen (2,3 Mrd. $) von Bris­tol-My­ers Squibb er­set­zen. Wei­te­re von Nach­ah­mern be­droh­te Heil­mit­tel sind der von AstraZe­ne­ca ent­wi­ckel­te Cho­le­ste­rin­sen­ker Cres­tor (5,6 Mrd. $) und Ne­xi­um ge­gen Reiz­darm (2,9 Mrd. $), eben­falls von AstraZe­ne­ca. Dank Oba­ma­ca­re rech­net der Da­ten­dienst­leis­ter IMS-He­alth den­noch in den USA für Me­di­ka­men­te mit ei­nem jähr­li­chen durch­schnitt­li­chen Aus­ga­ben­wachs­tum von 3,6% bis 2017. Für An­bie­ter in­no­va­ti­ver Me­di­ka­men­te bleibt der US-Markt zu­dem ein El­do­ra­do. Preis­er­hö­hun­gen sind trotz ver­brei­te­ter Em­pö­rung wei­ter­hin in gros­sem Stil mög­lich. So konn­te bei­spiels­wei­se Gi­lead Sci­en­ces beim Me

di­ka­ment So­val­di den Preis im Ver­gleich zu bis­her er­hält­li­chen He­pa­ti­tis-C-Wirk­stof­fen rund 24% auf 1000 $ je Pil­le er­hö­hen (vgl. Ar­ti­kel un­ten).

Ort für wich­ti­ge Events

In den USA fin­den nach wie vor die wich­tigs­ten Ärz­te­kon­gres­se statt. An­fang Ju­ni bei­spiels­wei­se steht die Zu­sam­men­kunft Ame­ri­can So­cie­ty of Cli­ni­cal On­co­lo­gy (Asco) an. Hier tref­fen sich je­des Jahr die re­nom­mier­tes­ten Krebs­spe­zia­lis­ten. Phar­ma­her­stel­ler prä­sen­tie­ren viel­ver­spre­chen­de Stu­di­en­da­ten zu neu­en Prä-

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