Die Net­flix-Sto­ry

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Die ers­te Vi­deo­thek wur­de schon Mit­te der Sieb­zi­gerjah­re er­öff­net – Zu­kunft hat sie kei­ne. Die Di­gi­ta­li­sie­rung macht auch vor Fil­men nicht halt. Längst las­sen sich Hol­ly­wood-Block­bus­ter eben­so wie TV-Se­ri­en über An­bie­ter wie Swiss­com, App­le oder seit En­de die­ser Woche Goog­le so­wohl kau­fen wie lei­hen. Be­quem über die Fern­be­die­nung. Der Gang zur Vi­deo­thek ent­fällt. Die Rück­ga­be er­folgt au­to­ma­tisch, weil die Fil­me sich nach ei­ner ge­wis­sen Zeit nicht mehr ab­spie­len las­sen.

Er­folgs­re­zept von Net­flix ist zum ei­nen der Pau­schal­preis für das Schau­en von Fil­men. Mit dem US-Hei­mat­markt hat es die In­ter­net­ge­sell­schaft so zum welt­weit gröss­ten On­line-Film­ver­leih ge­schafft. Es gibt aber noch ein Ge­heim­re­zept, das hin­ter die­sem Auf­stieg steht: Big Da­ta. Die Ame­ri­ka­ner nut­zen das stra­pa­zier­te ITBuz­zword ge­schickt für sich. Net­flix ana­ly­siert nicht nur die Seh­ge­wohn­hei­ten der ei­ge­nen Kli­en­tel, son­dern re­gis­triert auch, wel­che Fil­me auf Down­load-Platt­for­men im In­ter­net Konjunktur ha­ben.

Auch die Ei­gen­pro­duk­ti­on «Hou­se of Cards» ent­stand nach Ana­ly­se der Zu­schau­er­vor­lie­ben. Die Kli­en­tel woll­te ei­nen Po­litthril­ler in Se­rie mit Ke­vin Spacey in der Haupt­rol­le von Re­gis­seur Da­vid Fin­cher. Et voi­là. An­de­re An­bie­ter mö­gen über Film­rech­te ver­fü­gen, nie­mand al­ler­dings setzt das vor­han­de­ne Wis­sen so ge­schickt ein wie Net­flix. Zu­schau­er er­hal­ten per­sön­lich auf sie zu­ge­schnit­te­ne Gen­res vor­ge­schla­gen – das er­höht die Kun­den­bin­dung der In­ter­net­ge­sell­schaft.

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