An­ge­spann­te La­ge am Roh­öl­markt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER

Die Er­eig­nis­se in Li­by­en ma­chen deut­lich, wie un­be­re­chen­bar die Hö­he sei­ner Roh­ö­l­ex­por­te ist. Vie­le Ana­lys­ten sind aber nach wie vor op­ti­mis­tisch für das Wachs­tum des An­ge­bots aus Li­by­en so­wie der Nicht-Opec-Re­gi­on. Soll­te sich das be­wahr­hei­ten, wä­re der glo­ba­le Roh­öl­markt an­nä­hernd in ei­nem Gleich­ge­wicht. Al­ler­dings: Wo soll das An­ge­bots­wachs­tum her­kom­men? In den Nicht-OpecStaa­ten aus­ser­halb Nord­ame­ri­kas sta­gniert oder sinkt es; in­ner­halb der Opec ist Sau­di-Ara­bi­en im­mer noch der wich­tigs­te Aus­gleichs- pro­du­zent. Seit Ja­nu­ar 2012 neh­men die Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­le zu und lie­gen mitt­ler­wei­le weit über dem his­to­ri­schen Durch­schnitt. Glo­bal be­steht in der Fol­ge ei­ne An­ge­bots­lü­cke von 3 Mio. Fass Roh­öl pro Tag. Für rund 80% der feh­len­den Men­ge zeich­nen die Opec-Staa­ten ver­ant­wort­lich. Ein Hoch­fah­ren der li­by­schen Pro­duk­ti­on wä­re sehr will­kom­men. Denn aus­ser­halb der USA prä­sen­tiert sich die fun­da­men­ta­le La­ge für Roh­öl sehr an­ge­spannt. Das wird in den kom­men­den Mo­na­ten ver­mehrt deut­lich, wenn eu­ro­päi­sche und US-Raf­fi­ne­ri­en die ver­län­ger­te War­tungs­pe­ri­ode hin­ter sich ha­ben und den Be­trieb hoch­fah­ren. Die glo­ba­le Nach­fra­ge wächst, und die Opec-La­ger sind weit un­ter den Tiefs des his­to­ri­schen Fünf­jah­res­durch­schnitts: Das wird sich in den kom­men­den Mo­na­ten am Markt be­merk­bar ma­chen. An­ge­sichts all des­sen wür­de ei­ne Avan­ce des Brent-Prei­ses über 115 $/Fass im Som­mer nicht über­ra­schen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.