Par­al­le­len zum Fall Mi­cro­soft

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/MEDIEN - TR

Mit Blick auf das ei­ge­ne Smart­pho­ne oder Ta­blet mag man es kaum glau­ben: Aber ja, es gab ei­ne Zeit, in der oh­ne Mi­cro­soft in der Welt der Com­pu­ter so gut wie nichts lief. Als der gröss­te Soft­ware­kon­zern En­de der Neun­zi­ger­jah­re sei­nen In­ter­net Ex­plo­rer mit dem ei­ge­nen Be­triebs­sys­tem Win­dows bün­del­te, zwang es im «Brow­ser­krieg» Net­scape in die Knie. Am En­de ei­nes zwei­jäh­ri­gen Kar­tell­pro­zes­ses stand das Ur­teil: Mi­cro­soft soll­te zer­schla­gen wer­den.

US-Rich­ter Tho­mas Pen­field Jack­son folg­te da­mit im Ju­ni des Jah­res 2000 weit­ge­hend dem An­trag, den die Ver­tre­ter der US-Re­gie­rung und 17 US-Bun­des­staa­ten ge­stellt hat­ten. Mi­cro­soft war schul­dig be­fun­den wor­den, ge­gen Kar­tell­recht der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­stos­sen zu ha­ben. Die Ar­gu­men­ta­ti­on von Mi­cro­soft da­mals ist der von Goog­le heu­te gar nicht so un­ähn­lich: «Es hät­te ei­ne sehr nach­tei­li­ge Wir­kung auf die Ver­brau­cher, die Com­pu­ter­in­dus­trie und die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft», er­klär­te der da­ma­li­ge Mi­cro­soft-Chef­an­walt Bill Neu­kom.

In der Eu­ro­päi­schen Uni­on muss­te Mi­cro­soft we­gen un­fai­rer Wett­be­werbs­prak­ti­ken fast 2 Mrd. € Bus­se zah­len. No­vell und Sun Mi­cro­sys­tems, die bei­den Un­ter­neh­men, die in den Neun­zi­ger­jah­ren das Kar­tell­ver­fah­ren an­scho­ben, gibt es heu­te nicht mehr, eben­so wie Net­scape. Nun ist es an Mi­cro­soft, um sei­ne Pf­rün­de zu ban­gen. Vor al­lem Goog­le macht dem Soft­ware­kon­zern zu schaf­fen. Un­ter dem lang­jäh­ri­gen Chef Ste­ve Ball­mer hat Mi­cro­soft na­he­zu al­le wich­ti­gen Tech­nik­t­rends ver­schla­fen.

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