Ukrai­ne-Wahl ent­spannt

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEY­ER

DDie Öl­pro­duk­ti­on in Li­by­en kommt nicht vom Fleck.

ie Roh­stoff­märk­te ten­dier­ten in den ver­gan­ge­nen Ta­gen we­nig ein­heit­lich. Der Kon­flikt in Li­by­en und Ukrai­ne/Russ­land un­ter­stüt­zen vor al­lem eu­ro­päi­sches Brent-Öl. Ein Fass Brent ver­zeich­ne­te ver­gan­ge­nen Don­ners­tag zeit­wei­se ein Zwei­ein­halb­mo­nats­hoch von 111.04 $ (Fass = 159 Li­ter). Der US-Kon­trakt West Te­xas In­ter­me­dia­te no­tier­te auf ei­nem Ein­mo­nats­hoch zu 104.50 $ je Fass.

Den WTI-Preis trieb ein gros­ser Ab­bau des US-Öl­be­stands im Wo­chen­ver­gleich und die stei­gen­de Nach­fra­ge nach Treib­stof­fen wäh­rend der «Dri­ving Sea­son» in den USA. Sie be­ginnt tra­di­tio­nell mit dem Me­mo­ri­al Day und en­det mit dem La­bour Day im Sep­tem­ber.

Der kla­re Aus­gang der Prä­si­dent­schafts­wah­len zu­guns­ten des im Vor­feld fa­vo­ri­sier­ten Kan­di­da­ten Pe­tro Po­ro­schen­ko und die An­kün­di­gung Russ­lands, den Wahl­aus­gang zu re­spek­tie­ren, lies­sen am Di­ens­tag­vor­mit­tag leich­te Ge­winn­mit­nah­men fol­gen.

Die Si­tua­ti­on in Li­by­en bleibt kri­tisch. Die Par­la­ments­wah­len vor zwei Wo­chen ha­ben den Kon­flikt mit den Auf­stän­di­schen wie­der ver­schärft. Die Re­bel­len blo­ckie­ren wei­ter­hin wich­ti­ge Tei­le der Öl­in­fra­struk­tur, und ver­hin­dern so drin­gend be­nö­tig­te De­vi- sen­ein­nah­men für das ge­beu­tel­te Land. Zu­letzt er­reich­te die Pro­duk­ti­on von li­by­schem Öl ge­ra­de noch 160 000 Fass je Tag ge­gen­über 1,4 Mio. Fass vor dem Sturz Gad­da­fis.

Brent ver­lor bis Di­ens­tag­mit­tag 0,5% auf 109,82 $. Mel­dun­gen von hef­ti­gen Ge­fech­ten zwi­schen den Re­gie­rungs­trup­pen und pro­rus­si­schen Se­pa­ra­tis­ten ver­hin­der­ten ei­ne wei­te­re Ab­wärts­be­we­gung.

We­gen des Fei­er­tags am Mon­tag blie­ben auch die US-Ge­trei­de­und Öl­saa­ten­märk­te ge­schlos­sen. Bes­se­re Wet­ter­be­din­gung hat­ten die Preis­no­tie­run­gen mit Aus­nah­me von So­ja in den ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen kräf­tig fal­len las­sen. Der ur­sprüng­li­che Ver­zug der Aus­saat konn­te in den ver­gan­ge­nen Ta­gen wett­ge­macht wer­den. Per Wo­che­n­en­de soll­ten zwi­schen 84 bis 87% Mais (88% im his­to­ri­schen Durch­schnitt) und zwi­schen 55 bis 57% So­ja (52% Durch­schnitt) an­ge­pflanzt wor­den sein. Mais no­tier­te nach dem lan­gen Wo­che­n­en­de am Di­ens­tag­mit­tag auf ei­nem Sechs­wo­chen­tief zu 4.70 $ je Bus­hel, So­ja da­ge­gen wei­ter­hin auf ho­hem Ni­veau zu 15 $ je Bus­hel. Hier scheint der ho­he Preis noch nicht die star­ke Nach­fra­ge nach dem Al­tern­te­be­stand von So­ja­boh­nen und So­ja­schrot ge­dros­selt zu ha­ben. Ver- gan­ge­nen Mitt­woch wur­de So­ja mit 15.3675 $ je Bus­hel zum höchs­ten Preis seit Ju­li 2013 er­zielt.

Frag­lich ist, ob die für die Win­ter­ern­te bes­se­ren US-Wet­ter­be­din­gun­gen dem Win­ter­wei­zen noch mass­geb­lich hel­fen kön­nen, aber die Aus­saat von Früh­lings­wei­zen pro­fi­tiert si­cher­lich. Glo­bal ge­se­hen schei­nen mit Aus­nah­me von der An­bau­re­gi­on von US-Win­ter­wei­zen die meis­ten Re­gio­nen von gu­ten Be­din­gun­gen zu pro­fi­tie­ren. Wei­zen no­tier­te am Di­ens­tag­mit­tag zu 6.4125 $ je Bus­hel (27,215kg) auf ei­nem Zwei­ein­halb­mo­nat­s­tief. Noch am 6. Mai no­tier­te der­sel­be Kon­trakt zu 7.35 $, da­mals ein Drei­zehn­mo­nats­hoch. Seit­her ha­ben sich die Be­din­gun­gen we­sent­lich ver­bes­sern kön­nen.

Am Mon­tag über­nah­men die eu­ro­päi­schen Ge­trei­de­märk­te (Eu­ronext-Ma­tif) für ein­mal die Füh­rungs­rol­le. Bis am Di­ens­tag­mit­tag no­tier­te der Kon­trakt auf eu­ro­päi­schen Mahl­wei­zen noch knapp 190 € je Ton­ne. Seit An­fang Mai ver­bil­lig­te er sich 9% und dürf­te mit den gu­ten Be­din­gun­gen noch­mals wei­ter in Rich­tung 180 € kor­ri­gie­ren. Der deut­li­che Wahl­aus­gang in der Ukrai­ne dürf­te ent­span­nend wir­ken.

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