Ei­genar­ti­ge Wen­de zur Lex Kol­ler

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

län­di­schem Ka­pi­tal ge­ge­ben. In Tat und Wahr­heit ge­hen die ho­hen Im­mo­bi­li­en­prei­se höchs­tens zu ei­nem klei­nen Teil auf aus­län­di­sche In­ves­ti­tio­nen zu­rück, son­dern auf in­län­di­sche. War­um sich der Bundesrat, der in schlech­te­ren Zei­ten wohl wie­der froh um aus­län­di­sches Ka­pi­tal wä­re, die­se Ar­gu­men­ta­ti­on Ba­drans zu ei­gen macht, bleibt sein Ge­heim­nis.

Das um­so mehr noch, als die Fol­gen ei­ner An­nah­me der Mo­tio­nen ne­ga­tiv wä­ren: Im schlim­me­ren Fall wä­re im Be­reich der Ge­schäfts­im­mo­bi­li­en mit Zwangs­ver­käu­fen zu rech­nen. An­tei­le von ko­tier­ten Im­mo­bi­li­en­fonds kä­men auf den Markt, die Kur­se wür­den sin­ken, wenn nicht gar ein­bre­chen. Be­trof­fen wä­ren et­wa Schwei­zer Pen­si­ons­kas­sen, die die ge­for­der­te Ren­di­te nicht mehr er­rei­chen könn­ten – den Scha­den hät­ten die Ver­si­cher­ten und auch pri­va­te An­le­ger zu tra­gen.

Trotz­dem hat der Na­tio­nal­rat – wohl in ei­nem un­glaub­li­chen Akt der Ver­blen­dung – bei­de Mo­tio­nen oh­ne Ge­gen­stim­me (!) gut­ge­heis­sen. Im­mer­hin: Die stän­de­rät­li­che Kom­mis­si­on emp­fiehlt, wenn auch nur knapp, die Ab­leh­nung der Vor­stös­se – das Rats­ple­num be­rät dar­über am kom­men­den Mon­tag, dem ers­ten Tag der Som­mer­ses­si­on.

Die Lex Kol­ler ist ein Anachro­nis­mus und ge­hört ab­ge­schafft. Die an­ste­hen­de Ver­schär­fung ist nichts an­de­res als ei­ne wei­te­re Dre­hung am Rad der Re­gu­lie­rung – zum Scha­den der Schweiz, des Wirt­schafts­stand­orts und nicht zu­letzt ih­res Images.

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