Eu­ro­pas Phar­ma­her­stel­ler mö­gen es klas­sisch

Finanz und Wirtschaft - - UNDHEITSMARKT - GRI

Eu­ro­pa braucht sich in Sa­chen Phar­ma­kon­zer­ne vor Ame­ri­ka nicht zu ver­ste­cken. Ko­tier­te Bio­tech-Un­ter­neh­men sind da­ge­gen dünn ge­sät. Fast schon exo­tisch mu­tet der Schwei­zer An­bie­ter Ac­te­li­on mit sei­nen Me­di­ka­men­ten Tra­cleer und Op­su­mit zur Be­hand­lung von pul­mo­na­ler ar­te­ri­el­ler Hy­per­to­nie (PAH) an. Er er­wirt­schaf­te­te 2013 als mit Ab­stand gröss­ter Bio­tech-Kon­zern in Eu­ro­pa ei­nen Um­satz von 1,8 Mrd. Fr.

Die bei­den Schwei­zer Phar­ma­her­stel­ler Ro­che und No­var­tis sind stark bei Krebs­wirk­stof­fen. No­var­tis hat sich zu­dem erst kürz­lich mit dem On­ko­lo­gie­ge­schäft von Gla­xoS­mit­hK­li­ne ver­stärkt. Im Ge­gen­zug ha­ben die Bri­ten die No­var­tis-Impf­stoffspar­te er­hal­ten und wer­den fort­an mit den Schwei­zern ein ge­mein­sa­mes Un­ter­neh­men für den Ver­kauf von re­zept­frei­en Me­di­ka­men­ten füh­ren.

Ein wei­te­rer aus Gross­bri­tan­ni­en stam­men­der Kon­zern ist AstraZe­ne­ca. Er gilt als Sor­gen­kind un­ter den Eu­ro­pä­ern. Der Ablauf von Pa­ten­ten macht ihm das Le­ben schwer. AstraZe­ne­ca will des­halb die Kräf­te bün­deln und sich stär­ker auf die Kern­be­rei­che Herz-Kreis­lauf-Er- kran­kun­gen, Krebs und schwe­re Ent­zün­dun­gen kon­zen­trie­ren. Ei­ne Über­nah­me­of­fer­te des US-Rie­sen Pfi­zer von zu­letzt 117 Mrd. $ hat sie tor­pe­diert.

Ein wei­te­rer aus Eu­ro­pa stam­men­der gros­ser Phar­ma­her­stel­ler ist Sa­no­fi. Der fran­zö­si­sche Kon­zern ist breit auf­ge­stellt. Wie AstraZe­ne­ca er­zielt auch er den Gross­teil der Ein­nah­men aus dem Ver­kauf aus Heil­mit­teln zur Be­hand­lung von

Gla­xoS­mit­hK­li­ne Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen. Auch die aus Deutsch­land stam­men­de Bay­er ist in die­sem Wirk­feld stark. Hin­zu kommt bei ihr das Ge­schäft mit re­zept­frei­en Me­di­ka­men­ten. Rund 53% des Um­sat­zes er­zielt Bay­er je­doch aus­ser­halb der Phar­ma­bran­che mit Kunst­stoff­ma­te­ria­li­en und Pflan­zen­schutz­mit­teln. Der dä­ni­sche Kon­zern No­vo Nor­disk wie­der­um gilt als In­no­va­ti­ons­füh­rer bei Dia­be­tes.

Die Va­lo­ren des Un­ter­neh­mens sind aber hoch be­wer­tet (vgl. Ta­bel­le oben). Güns­ti­ger fah­ren An­le­ger mit Ro­che, No­var­tis, Bay­er und Sa­no­fi. Auch Gla­xoS­mit­hK­li­ne wer­den vom Markt mit gu­tem Grund deut­lich tie­fer ein­ge­stuft. Die Ge­sell­schaft kämpft mit Pa­tent­ver­lus­ten, ver­schie­de­ne neue Pro­duk­te müs­sen ihr Po­ten­zi­al erst ent­fal­ten. Für An­le­ger in­ter­es­sant ist al­ler­dings die Di­vi­den­den­ren­di­te von 5%. Hin­zu kommt, dass die in der Ent­wick­lung teu­ren und kom­pli­ziert her­zu­stel­len­den Krebs­me­di­ka­men­te an No­var­tis ver­äus­sert wur­den und sich Gla­xo fort­an stär­ker auf ih­re Kern­kom­pe­ten­zen kon­zen­trie­ren kann. Die Ak­ti­en des Kon­zerns könn­ten so­mit das gröss­te Auf­wärts­po­ten­zi­al auf­wei­sen.

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