Bu­cher wer­den Ge­win­ner-Ak­ti­en blei­ben

Finanz und Wirtschaft - - ERWALTUNGSRATS-RANKING 2014 - AM

Die Ak­ti­en von Bu­cher In­dus­tries ge­hö­ren zu den we­ni­gen Schwei­zer In­dus­trie­ak­ti­en, die ih­ren Ei­gen­tü­mern auf lan­ge Sicht sub­stan­zi­el­le Wert­ver­meh­rung be­schert ha­ben. Bu­cher no­tie­ren heu­te rund zehn­mal hö­her als zu Be­ginn der Neun­zi­ger­jah­re – da­zu kom­men noch die Di­vi­den­den. So be­deu­ten­de Schwei­zer In­dus­trie­kon­zer­ne wie Sul­zer oder ABB kom­men in die­ser Zeit­pe­ri­ode ge­ra­de ein­mal auf ei­ne Ver­drei­fa­chung ih­res Werts.

In­wie­weit Bu­chers Er­folg auf kor­rek­te Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce zu­rück­ge­führt wer­den kann, ist na­tur­ge­mäss kaum zu eru­ie­ren. Bu­chers Wachs­tum grün­det we­sent­lich im ge­schick­ten Vor­ge­hen im Land­ma­schi­nen­ge­schäft, wo man sich in den letz­ten fünf­zehn Jah­ren von ei­nem mit­tel­gros­sen eu­ro­päi- schen An­bie­ter von trak­tor­ge­trie­be­nen Ern­te­u­nd Bo­den­be­ar­bei­tungs­ma­schi­nen zu ei­nem mehr und mehr glo­ba­len Un­ter­neh­men ver­stärkt hat. Bu­cher ist heu­te in Nord- und Süd­ame­ri­ka der gröss­te eu­ro­päi­sche An­bie­ter in sei­ner Pro­dukt­ka­te­go­rie. Ge­hol­fen ha­ben hier Ak­qui­si­tio­nen, vor al­lem in den USA und Bra­si­li­en, aber auch ste­ti­ge so­li­de Auf­bau­ar­beit. Zu­pass kam der Grup­pe da­bei das gu­te In­ves­ti­ti­ons­kli­ma im Land­wirt­schafts­sek­tor, das von stei­gen­den Prei­sen wich­ti­ger Roh­wa­ren wie Mais, So­ja und Wei­zen an­ge­trie­ben wur­de. Bu­cher er­zielt im Land­ma­schi­nen­ge­schäft mit 15% ei­ne Be­triebs­mar­ge, die nur we­ni­ge Kon­kur­ren­ten über­tref­fen. In der Di­vi­si­on Hy­drau­lics ver­folgt Bu­cher ei­ne ähn­li­che Stra­te­gie wie im Land­ma­schi­nen- bau; das aus­ser­eu­ro­päi­sche Ge­schäft wird mit Ak­qui­si­tio­nen und ei­ge­nen Ak­ti­vi­tä­ten kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­baut, wo­mit man es ge­schafft hat, zu ei­nem glo­ba­len Lie­fe­ran­ten von Dee­re und Ca­ter­pil­lar zu wer­den. Die Tren­nung von Ma­nage­ment und Ei­gen­tü­mer­schaft vor über zehn Jah­ren, die zum Ar­senal gu­ter Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce ge­hört, hat wohl da­zu ge­führt, dass die in­dus­tri­el­le Stra­te­gie kon­se­quen­ter um­ge­setzt wer­den konn­te. Fa­mi­li­en­geführ­te Un­ter­neh­men funk­tio­nie­ren oft wie ein Porte­feuille von Ver­mö­gens­wer­ten, das eher der Wert­be­wah­rung dient als ei­ner in­dus­tri­el­len Stra­te­gie folgt.

Doch letzt­lich hel­fen die bes­ten Go­ver­nan­ce-Re­geln we­nig, wenn die fal­schen Leu­te am Werk sind. Bu­cher hat dies­be­züg­lich Glück: Mit Phi­lip Mo­si­mann steht ein­fä­hi­ger Ma­na­ger an der Spit­ze, der sach­be­zo­gen han­delt, lang­fris­tig denkt und kei­ne Ego-Schlau­fen dreht. Und im Ver­wal­tungs­rat sit­zen vie­le Ma­na­ger aus an­de­ren Un­ter­neh­men, die ähn­lich er­folg­reich sind wie Bu­cher und Mo­si­mann (vgl. Sei­te 18).

Für den Ak­tio­när sind das al­les Fak­to­ren, die sein Ri­si­ko min­dern und die Chan­cen auf ei­ne wei­ter­hin güns­ti­ge Ent­wick­lung er­hö­hen. Bu­cher hat zwar mitt­ler­wei­le ein Mar­gen­ni­veau er­reicht, das nicht mehr so leicht wei­ter zu stei­gern ist: Doch er­mög­licht die ho­he Pro­fi­ta­bi­li­tät ei­nen wei­te­ren Aus­bau der Markt­po­si­tio­nen – et­was, das längst nicht je­der Mit­be­wer­ber kann. Da­mit ste­hen die Chan­cen für wei­te­res Wachs­tum gut und die Ak­ti­en blei­ben trotz op­tisch ho­hem Ni­veau klar kau­fens­wert.

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