Kauf­ge­le­gen­hei­ten in Nip­pon

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Die zehn Re­geln für die Ak­ti­en­aus­wahl, die Va­lue-Über­va­ter Ben­ja­min Gra­ham zu­sam­men mit sei­nem Weg­ge­fähr­ten Ja­mes Rea de­fi­niert hat, ge­hö­ren zum un­er­läss­li­chen Werk­zeug­schrank je­des Va­lue-In­ves­tors. Wer sie be­folgt, kauft Ak­ti­en von qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Un­ter­neh­men, die mit ei­nem Be­wer­tungs­ab­schlag ge­han­delt wer­den.

Die Re­geln las­sen sich in zwei Grup­pen auf­tei­len. Wäh­rend die ers­ten fünf ei­ne güns­ti­ge Be­wer­tung und da­mit ein an­spre­chen­des Kur­s­po­ten­zi­al si­cher­stel­len sol­len, zie­len die zwei­ten fünf auf die Ri­si­ko­mi­ni­mie­rung ab. Es sol­len nur Ak­ti­en von Un­ter­neh­men mit ste­tig wach­sen­dem Ge­winn und ge­rin­ger Ver­schul­dung ge­kauft wer­den.

Ei­nen Ha­ken gibt es al­ler­dings. Als die Re­geln in den Sieb­zi­ger­jah­ren ver­öf­fent­licht wur­den, wa­ren Ak­ti­en ex­trem güns­tig – vie­le han­del­ten gar un­ter ih­rem Net­to­um­lauf­ver­mö­gen. Das hat sich seit­her grund­le­gend ge­än­dert. Ge­mäss ei­ner Un­ter­su­chung von So­cié­té Gé­né­ra­le aus dem Jahr 2011 ha­ben seit 1992 nur ge­ra­de drei Ti­tel al­le zehn Kri­te­ri­en er­füllt.

Aus die­sem Grund kommt der An­le­ger nicht um­hin, die Lat­te tie­fer an­zu­set­zen. Schon Gra­ham und Rea ha­ben vor­ge­schla­gen, für Kri­te­ri­en, die knapp ver­passt wer­den, ei­nen hal­ben Punkt zu ver­tei­len. So be­zieht sich die Gra­fik 6 auf die­je­ni­gen Ti­tel, die so­wohl bei den Be­wer­tungs- wie auch den Ri­si­ko­mi­ni­mie­rungs­re­geln min­des­tens 2,5 Punk­te er­zielt ha­ben, und setzt sie ins Ver­hält­nis zur An­zahl Ak­ti­en in den je­wei­li­gen MSCI-Län­der­indi­zes. Die Ta­bel­le un­ten zeigt ja­pa­ni­sche Ak­ti­en mit min­des­tens sechs Punk­ten. Die Re­geln lau­ten: Die Ge­winn­ren­di­te (Kehr­wert des KGV) soll­te min­des­tens doppelt so hoch sein wie die Ren­di­te ei­ner AAA-Ob­li­ga­ti­on Das KGV soll­te we­ni­ger als 40% des höchs­ten KGV der letz­ten fünf Jah­re be­tra­gen Die Di­vi­den­den­ren­di­te muss doppelt so hoch sein wie die ei­nes AAA-Bonds Der Ak­ti­en­kurs soll­te nicht mehr als zwei Drit­tel sei­nes Buch­werts be­tra­gen Die Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung ist nicht hö­her als zwei Drit­tel des Net­to­um­lauf­ver­mö­gens Das Fremd­ka­pi­tal ist nicht hö­her als der ma­te­ri­el­le Buch­wert Um­lauf­ver­mö­gen ist min­des­tens doppelt so hoch wie kurz­fris­ti­ge Ver­bind­lich­kei­ten Fremd­ka­pi­tal soll­te we­ni­ger als das zwei­fa­che Net­to­um­lauf­ver­mö­gen be­tra­gen Das durch­schnitt­li­che Ge­winn­wachs­tum der letz­ten zehn Jah­re muss min­des­tens 7% be­tra­gen Nicht mehr als zwei­mal Ge­winn­rück­gang von 5% und mehr in den letz­ten zehn Jah­ren

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