Herr­lich güns­tig

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MA­XI­ME PER­RIN,

Da die Zei­chen auf stei­gen­de Zin­sen und stär­ke­re Vo­la­ti­li­tät ste­hen, dürf­ten Wandelanleihen in­ter­es­san­ter wer­den. Die Vor­tei­le: Die Ak­ti­en­kom­po­nen­te ei­ner Wan­del­an­lei­he pro­fi­tiert ten­den­zi­ell, wenn die In­fla­ti­on steigt und sich die Konjunktur be­lebt. Und wenn dann noch die US-No­ten­bank ih­re quan­ti­ta­ti­ve Lo­cke­rung weg­nimmt, wird sich die Vo­la­ti­li­tät auf hö­he­rem Ni­veau nor­ma­li­sie­ren. Knap­pes An­ge­bot und gros­se Nach­fra­ge ha­ben da­zu ge­führt, dass eu­ro­päi­sche Wand­ler in An­la­ge­qua­li­tät ih­ren Be­wer­tungs­spiel­raum voll aus­ge­reizt ha­ben.

Der hö­he­re Auf­schlag auf das Kre­dit­ka­pi­tal wird durch ein ge­rin­ge­res er­for­der­li­ches Ak­ti­en- und Zins­ka­pi­tal kom­pen­siert. Die Lauf­zeit der Ver­mö­gens­wer­te von Ver­si­che­rern ist im Ver­hält­nis zu den Ver­bind­lich­kei­ten in der Re­gel kür­zer. Der Auf­schlag für das Du­ra­ti­ons­ri­si­ko von Wand­lern bie­tet Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­vor­tei­le ge­gen­über den Ver­bind­lich­kei­ten bei ge­rin­ge­ren Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen zur Ab­de­ckung des Zins­ri­si­kos. Auch er­for­dern Wand­ler ei­ne ge­rin­ge­re Ri­si­ko­prä­mie als Ak­ti­en.

Das at­trak­ti­ve Ri­si­kopro­fil von Wandelanleihen lässt sich nach­bil­den. Die Zahl der Wan­del­an­lei- hen ist be­grenzt, An­lei­hen oh­ne Wan­del­op­ti­on sind da­ge­gen reich­lich im An­ge­bot. An­le­ger kön­nen al­so selbst nor­ma­le An­lei­hen mit ei­ner Ak­ti­en­op­ti­on kom­bi­nie­ren. So kom­men sie zu ei­ge­nen syn­the­ti­schen Pa­pie­ren mit ver­gleich­ba­rem En­ga­ge­ment und spa­ren wo­mög­lich auch noch Geld.

Neh­men wir als Bei­spiel den Wand­ler von Cap­ge­mi­ni mit ei­nem Ra­ting von BBB. Die Call-Op­ti­on kos­tet mehr als das Dop­pel­te ei­ner Call-Op­ti­on auf die Cap­ge­mi­ni-Ak­tie (im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät des Wand­lers 52%, der Call-Op­ti­on 28%, die Vo­la­ti­li­tät der Ak­tie bis­her 25%). Die Lauf­zeit syn­the­ti­scher Wandelanleihen ist je­doch kür­zer. Doch der Preis­un­ter­schied ist gross: Selbst mit ei­nem Rol­lo­ver be­zahlt der An­le­ger kei­ne im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät von 52% für sei­ne Op­ti­on. Der Ha­ken: Wer ei­ne syn­the­ti­sche An­la­ge kauft, hat de fac­to ein struk­tu­rier­tes Pro­dukt. Wer es ein­fa­cher mag, sucht sich ei­nen Ma­na­ger, der mit Ex­per­ten ro­bus­te syn­the­ti­sche Wandelanleihen zu­sam­men­stellt. Die Trans­pa­renz be­züg­lich Zu­sam­men­set­zung und Ri­si­ken ist bes­ser.

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